#32 Psyche stärken: Ein Thema für alle
Shownotes
Wo liegen die Unterschiede zwischen Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin? Wann brauche ich professionelle Hilfe aus meiner persönlichen Lebenskrise? Was kann ich präventiv machen, um meine mentale Gesundheit zu fördern? Prim. Priv.-Doz. DDr. Gernot Fugger MBA, Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum St. Pölten, gibt im Gespräch mit Kerstin Sommer und Peter Redl-Lenk Einblicke in sein Fachgebiet. Er spricht auch über ein innovatives Therapieprogramm, bei dem Patientinnen und Patienten das "Neuerlernte" im Rahmen einer Selbsterprobungsphase zu Hause anwenden sollen.
+++ Wichtige Information in eigener Sache: Helfen Sie bitte mit und nominieren Sie "Das Sprechzimmer G1.3" bis 28. Februar beim Ö3-Podcast-Award 2025 (täglich ist eine Stimmabgabe möglich): https://oe3.orf.at/podcastaward/stories/3045973
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wir haben in der Psychiatrie, so wie in anderen medizinischen Fächern, verschiedene Diagnosen,
00:00:05: die, das darf ich an der Stelle sagen, das wissen auch nicht so viele Leute,
00:00:09: dass psychiatrische Erkrankungen mitunter die häufigsten sind überhaupt.
00:00:13: Die Depression zum Beispiel ist eine der häufigsten Erkrankungen,
00:00:17: da sind über 300 Millionen Menschen weltweit betroffen.
00:00:21: Noch häufiger sind Angsterkrankungen, sind noch mehr Leute betroffen.
00:00:26: Und für die Diagnose einer Depression oder für die Diagnose einer Angsterkrankung gibt es Kriterien.
00:00:32: Das Sprechzimmer G1.3. Sie hören den Podcast aus dem Universitätsklinikum St. Pölten
00:00:46: mit Kerstin Sommer und Peter Redl-Lenk.
00:00:49: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ich darf Sie zu einem weiteren Podcast
00:00:55: aus dem Universitätsklinikum St. Pölten begrüßen.
00:00:58: Das Sprechzimmer G1.3 heute mit Kerstin Sommer als Host.
00:01:04: Danke Kerstin, dass du dir Zeit genommen hast.
00:01:07: Und all jene, die unseren Podcast folgen und es sind schon sehr viele,
00:01:12: mit denen möchte ich mich auch bedanken, kennen die Kerstin aus Folge 28.
00:01:16: Was gegen die Einsamkeit hilft, da war die Kerstin auch schon hochst
00:01:21: und du warst vorher schon mal Gast.
00:01:23: Mittlerweile bist du ja schon Profi bei uns, danke, dass du dir wieder Zeit genommen hast.
00:01:28: Und wir haben heute einen großartigen Gast bei uns,
00:01:32: und zwar Primarius, Privat-Dozent, DDr. Gernot Fugger, MBA
00:01:39: von der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin.
00:01:44: Seit Juni 2024 habe ich mir aufgeschrieben, bist du Gernot Primar an dieser Abteilung.
00:01:51: Schön, dass du dir Zeit genommen hast. Herzlich willkommen.
00:01:55: Vielen herzlichen Dank für die Einladung, ich freue mich total auf die Zeit.
00:01:58: Und beim Rausschreiben deiner vielen Titeln und bei der Abteilung,
00:02:02: für die du zuständig bist, ist mir aufgefallen,
00:02:06: da steht Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin.
00:02:10: Und ich würde gern gleich damit einsteigen, weil wir im Klinikum
00:02:17: verschiedene Professionisten beschäftigt haben, die sie mit unserer psychischen Gesundheit beschäftigen
00:02:25: und mir oft zu dieser, die Differenzierung dieser Berufsgruppen gar nicht klar ist
00:02:31: und du das vielleicht heingehend für uns einmal erläutern könntest.
00:02:36: Ja, sehr gerne, das ist eine wichtige Frage, diese Differenzierung.
00:02:40: Ich würde anfangen beim Psychiater, Psychiater, Psychiaterin hat Medizin studiert
00:02:47: und nach dem Medizinstudium sechs Jahre Facharztausbildung gemacht
00:02:52: mit theoretischen und praktischen Erkenntnissen.
00:02:58: Und es ist so, dass schon früher Psychiaterinnen
00:03:02: eine Psychotherapeutische Ausbildung sehr häufig dazugemacht haben.
00:03:05: Also seit einigen Jahren ist das Pflicht und deswegen sind wir von der Fachbezeichnung
00:03:10: Fachärzte für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin.
00:03:14: Ja, sie haben eigentlich zwei Berufsausbildungen, was eine tolle Sache ist.
00:03:20: Psychologinnen, Psychologen haben Psychologie studiert, Psychologie ist die Seelenheilkunde,
00:03:28: könnte man übersetzt sagen, die Wissenschaft vom Verhalten, vom Denken, vom Füllen.
00:03:33: Da geht es aber nicht nur um Kranke, Menschen, sondern auch um Gesundheit.
00:03:37: Das ist der Unterschied.
00:03:39: Und Psychotherapie ist in Österreich eine mehrjährige Ausbildung auch.
00:03:44: Es gibt einen allgemeinen Teil und dann gibt es einen spezifischen Teil,
00:03:49: das nennt sich Fachspezifikum, wo es verschiedene Schulen gibt.
00:03:52: Ihr kennt es vielleicht, die Verhaltenstherapeutische Schule
00:03:56: oder die Psychoanalyse als Schule oder die Systemische Therapie als Schule
00:04:01: und Psychotherapie wird ganz oft als zweite Berufsausbildung gemacht.
00:04:07: Das heißt, Ärzte, Sozialarbeiterinnen oder Psychologinnen
00:04:11: machen dann noch eine Psychotherapieausbildung und zusätzlich zu ihrem Prämien, zu ihrem Kernberuf.
00:04:18: Und wenn ich Patient hier bin und es kommt konziliarisch der Psychiater,
00:04:28: ist es dann immer der Psychiater oder kann es dann wer anders sein?
00:04:32: Was erwartet man im Spital?
00:04:34: Wenn man konziliarisch eine ärztliche Leistung braucht,
00:04:39: das heißt, wenn eine Fachrichtung, zum Beispiel die innere Medizin,
00:04:43: jetzt eine ärztliche Fragestellung hat, wo es vielleicht auch darum geht,
00:04:47: dass man Medikamente verschreibt oder andere Therapien anordnet,
00:04:52: ist es kommt der Psychiater, kommt der Arzt.
00:04:54: Wenn es aber darum geht, dass man sagt, okay, da ist jetzt jemand belastet
00:04:59: und der braucht die Person, braucht Unterstützung,
00:05:05: dann könnte das auch oder kann das auch eine Psychologin,
00:05:09: eine Psychologe mit Zusatzausbildung, das sind dann sogenannte klinische Psychologinnen und Psychologen machen,
00:05:14: die dürfen keine Medikamente verschreiben, aber die können total kompetent Hilfestellung leisten
00:05:20: und Leute in Krisensituationen unterstützen.
00:05:24: Ich würde da in Ihnen doch interessieren, weil wir jetzt haben ein bisschen definiert
00:05:29: die Psychotherapie, Psychologie, Facharzt für Psychiatrie,
00:05:33: was es denn noch so für Berufsgruppen gibt,
00:05:36: weil man hört ja auch immer, dass Psychiatrie sehr multidisziplinarität lebt
00:05:41: und dass es da sein Miteinander ist und man auf sehr viele Aspekte bei den Patientinnen und Patienten schaut.
00:05:46: Mich würde interessieren, welche Berufsgruppen da noch zusammenarbeiten
00:05:50: und wie man so dieses alltägliche Leben da auch mit Krisen zum Beispiel meistern könnte.
00:05:55: Vielen Dank für die Frage.
00:05:58: Multidisziplinarität, Interdisziplinarität sind total wichtige Aspekte in der Psychiatrie
00:06:05: und vielleicht nehme ich die psychiatrische Tagesklinik als Beispiel her, die das ganz gut lebt.
00:06:11: Die gibt es ja schon seit einiger Zeit, also seit März 2023,
00:06:15: wie haben wir vorher selber kurz überlegen müssen, wie lange schon, aber jetzt,
00:06:18: wir sind schon im Jahr drei und wir sind eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen,
00:06:24: bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, wir haben Pflegepersonen,
00:06:28: aber auch ein total großes Therapietheam, angefangen von Psychologinnen, von Sozialarbeiterinnen.
00:06:36: Wir haben eine Physiotherapeutin und einen Physiotherapeutin, Ergotherapeutin.
00:06:43: Also das ist wirklich ein Team, das auch zusammenarbeitet und sich und zusammen tut,
00:06:52: um sozusagen die beste Therapie für unsere Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.
00:06:58: Die Ärzte kümmern sich um die Medikation, für die Pflegepersonen geht es häufig um Alltagskompetenzen,
00:07:05: Ergotherapeutinnen und Pflegepersonen überschneiden sich in gewissen Situationen natürlich.
00:07:14: Das gilt generell, wir greifen ineinander, also es ist nicht so, dass das so abgegrenzt ist,
00:07:21: sondern dass jeder schaut, dass es einen Beitrag leistet in der Therapie
00:07:25: und ganz wichtig ist uns auch der Austausch, dass wir uns regelmäßig treffen,
00:07:30: dass wir schauen, wo steht der Patient und wo braucht der Patient Unterstützung
00:07:35: oder die Patientin Unterstützung und wo können wir den Beitrag leisten.
00:07:40: Und es geht wirklich um Unterstützung, weil das ist auch ein wichtiger Punkt in der Psychiatrie.
00:07:45: Wir wollen die Leute befähigen, dass sie ein selbstständiges, ein autonomes Leben führen
00:07:52: und da braucht es manchmal so Anstöße, aber das Ziel ist, dass sie das selber gut hinkommen
00:07:58: und sie eben nur Unterstützung bekommen, dass sie dann selber im Alltag gut übertragen.
00:08:03: Ich finde es super, dass jetzt da diese Multidisziplinarität heraus arbeitet.
00:08:08: Mir ist die auch ganz wichtig, ich glaube, dass wir die in einen Settings brauchen,
00:08:12: unsere Patientinnen gut zu versorgen, weil wir sprechen ja alle ein bisschen andere Sprache.
00:08:18: Der Mediziner spricht eine andere Sprache, also die Pflege spricht eine andere Sprache,
00:08:22: die Sprache ist die Musiktherapeutin, die die Menschen wieder ganz mal anders berühren
00:08:27: und unsere Patientinnen erzählen ja jedem ein wenig mehr.
00:08:35: Und wenn wir uns alle gut austauschen und dieser Austausch ist so wichtig, ja, auf Augenhöhe,
00:08:40: dann können wir das Ganze ganz gut erfassen und wissen, wie wir mit den Patienten dessen Ziele erreichen.
00:08:47: Das ist total schön und man sieht es ja vörmlich an, wenn du über Multidisziplinarität redest,
00:08:54: wie deine Augen leuchten, als "Ich denke, du lebst das Jahr".
00:08:57: Und wenn ich durch die psychiatrische Tagesklinik gehe und auf die Tür schiebe,
00:09:02: schaue und sehe, wie viele verschiedene Berufsgruppen dort arbeiten,
00:09:06: dann schaue ich immer ein bisschen mit einem weinen Auge die Kerstin an,
00:09:10: weil aufdenke ich mir, wow, die hat wirklich ein schönes Arbeitsfeld,
00:09:15: die darf sie mit so vielen Menschen austauschen und dazu lernen,
00:09:19: weil ich denke, es ist ja auch ein Lernen untereinander, das sie da immer mitkriegt.
00:09:25: Ich kann dazu eigentlich nur ergänzen, dass wir, ich liebe eben den Austausch auf der psychiatrischen Tagesklinik,
00:09:30: weil wir auch ganz andere Aspekte wahrnehmen können von verschiedenen Berufsgruppen
00:09:35: und wir eigentlich so auch stärken und vielleicht auch schwächende Patientinnen und Patienten im Austausch erkennen
00:09:41: und dann wirklich dann setzen können, okay, wie kann ich diese Autonomie, diese Handlungsfähigkeit
00:09:45: noch mehr stärken, dass der draußen gut eigentlich was ist, einen Alltag bewältigen kann.
00:09:51: Aber jetzt gibt es ja in der Psychiatrie den nächsten Step, weil ihr habt es gesagt,
00:09:56: ihr habt es im März 23 die psychiatrische Tagesklinik am Standard,
00:10:00: Universitätsklinikum St. Paulten in der, jetzt folgt mir die Adresse,
00:10:06: Ernst Högerstraße.
00:10:07: Ernst Högerstraße, wie gibt es so etwas? Genau, jetzt wollte ich die Probsführstraße sagen.
00:10:10: In der Ernst Högerstraße eröffnet und wir wissen, und jetzt war es gleicher die Öffentlichkeit,
00:10:16: wir wissen, dass wir heuer noch eine psychiatrische Bettenstation eröffnen werden am Standard
00:10:22: im Universitätsklinikum St. Paulten.
00:10:25: Und du wirst auch prima sein dieser Bettenstation.
00:10:30: Warum braucht es eine Bettenstation? Was ist da anders, als in der Tagesklinik?
00:10:36: Um die Frage zu beantworten, würde ich noch ganz kurz einmal auf die Tagesklinik eingehen.
00:10:41: Die Tagesklinik hat meiner Ansicht nach einen totalen Vorteil, nämlich,
00:10:45: dass die Therapiesituation mit der Lebenssituation super verknüpft ist.
00:10:50: Das heißt, die Leute kommen in der Früh, machen bei uns über mehrere Stunden ein Therapieprogramm durch,
00:10:57: aber am Abend sind sie zu Hause, am Wochenende sind sie zu Hause.
00:11:01: Und das hat einen großen Vorteil, weil man den Anschluss nicht verliert.
00:11:07: Manchmal ist es aber so, dass Menschen Krisen haben, die in so einem Sättigen immer zu bewältigen sind,
00:11:15: wo man dann einen stationären Aufenthalt braucht, wo man mehr Betreuung braucht,
00:11:20: wo man auch Betreuung über die Nacht braucht, intensivere Betreuung.
00:11:25: Und da kommt die stationäre Psychiatrie ins Spiel.
00:11:30: Da wäre meine Frage, weil es für die Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht ein bisschen schwierig ist.
00:11:36: Der Bisschen der Unterschiede, wann sollte ich Hilfe in Anspruch nehmen,
00:11:39: wann ist diese Krise, die du gerade beschrieben hast, eigentlich so, dass ich medizinisch oder eben psychiatrische Hilfe brauche?
00:11:48: Was ist so ein bisschen der Unterschied zwischen "Ich habe eine schlechte Phase" und "Uje",
00:11:52: das sollte ich mir vielleicht auch ein bisschen genauer anschauen,
00:11:54: jetzt sollte ich mir vielleicht professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
00:11:59: Das ist eine total wichtige Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist.
00:12:06: Wir haben in der Psychiatrie, so wie in anderen medizinischen Fächern, verschiedene Diagnosen,
00:12:11: die das dafür an der Stelle sagen, das wissen auch nicht so viele Leute,
00:12:15: dass psychiatrische Erkrankungen mitunter die häufigsten sind überhaupt.
00:12:19: Also die Depression zum Beispiel ist eine der häufigsten Erkrankungen,
00:12:23: das sind über 300 Millionen Menschen weltweit betroffen.
00:12:27: Noch häufiger sind Erkrankungen, sind noch mehr Leute betroffen.
00:12:32: Und für die Diagnose einer Depression oder für die Diagnose einer Erkrankung gibt es Kriterien.
00:12:39: Und das ist das, was der Psychiater mitunter auch macht, der schaut,
00:12:42: welche Kriterien sind vorhanden, in welcher Ausprägung
00:12:45: und je nach schwere Gratisymptomatik wird dann eine adäquate Therapie eingeleitet.
00:12:49: Das kann eine medikamentöse Therapie sein oder ist in vielen Fällen eine medikamentöse Therapie.
00:12:54: Aber die Psychiatrie ist besonders, weil es sind nicht nur die Medikamente,
00:12:59: sondern wir haben die Wunderwaffe Psychiaterapie, die ganz, ganz wichtig ist.
00:13:05: Und wir haben auch andere Verfahren. Es gibt total moderne Verfahren,
00:13:11: wie Stimulationsverfahren vom Gehirn, die eingesetzt werden können,
00:13:17: um psychische Erkrankungen dann wirklich sehr, sehr, sehr effektiv zu behandeln.
00:13:22: Man kann es nicht immer heilen, das stimmt.
00:13:25: Manchmal ist es so, dass die Erkrankungen schon chronisch sind,
00:13:31: aber die Menschen können ein autonomes, ein selbstbestimmtes Leben mit hoher Lebensqualität führen.
00:13:40: Das ist ja nicht für anders. Wenn man die innere Medizin denkt, auch Diabetes zum Beispiel,
00:13:45: können wir noch nicht heilen, den hohen Blutdruck, weil wir nicht wissen, woher er kommt.
00:13:50: Die essentielle Hypertonie können wir auch nicht heilen, aber man kann das mit Medikamenten
00:13:55: sehr, sehr gut in den Griff bekommen. Und man wird das überhaupt nicht merken,
00:13:59: dass man die Erkrankung eigentlich hat.
00:14:02: Zu deiner Frage, man sollte frühzeitig, man sollte nicht zu lange warten.
00:14:08: Also, wenn man sich die Frage stellt, ob man Hilfe benötigt, dann benötigt man Hilfe.
00:14:13: Dann ist der Zeitpunkt der Richtige, dass man Hilfe in Anspruch nimmt von einem niedergelassenen Facharzt.
00:14:21: In erster Linie, das sollte der erste Ansprechpartner sein.
00:14:26: Wenn man jetzt aber eine gute Krise hat und man sieht sich im Moment nicht aus,
00:14:31: dann sind auch Spitalsambulanzen natürlich eine Möglichkeit 24/7 Betreuung zu bieten.
00:14:39: Also, da auf keinen Fall warten.
00:14:42: Also, du hast dich nur gefragt, wann Merk ist und was ist ein Zeichen?
00:14:49: Wenn ich mir die Frage stelle, benötige ich Hilfe,
00:14:53: ist es ein Zeichen, so viel wir jetzt verstanden, mir wirklich Hilfe zu holen.
00:14:58: Und ich habe jetzt gelernt, dass Depressionen ganz, ganz häufig vorkommen.
00:15:04: Und jetzt ist es ja so, dass man nicht immer wirklich gut drauf ist.
00:15:08: Es gibt bessere Tage und schlechtere Tage.
00:15:12: Manchmal will man nicht rausgehen, manchmal will man mit niemandem reden.
00:15:16: Ob wann, muss ich mir dann die Frage oder darf ich mir die Frage stellen,
00:15:23: ist es noch im Gesunden oder sollte man jetzt einen Experten zu raten ziehen?
00:15:33: Die WHO sagt eigentlich relativ klar, dass depressive Symptome,
00:15:39: da gehört die gedrückte Stimmung dazu, da gehört die Antriebslosigkeit dazu,
00:15:44: die Lustlosigkeiten, man muss sich zu allem zwingen, man kann vielleicht nicht mehr schlafen,
00:15:49: hat keinen Appetit mehr, alles ist grau in grau.
00:15:53: Wenn diese Symptome zumindest zwei Wochen da sind,
00:15:57: das ist eigentlich so der Zeithorizont, wo man sagt,
00:16:04: ab da kann man dann von einer depressiven Episode sprechen.
00:16:08: Alles was darunter ist, vielleicht tageweise, schlechte Stimmung,
00:16:13: da würde man auch keine Depression diagnostizieren, man muss auch immer ein bisschen achten.
00:16:18: Es gibt zum Beispiel körperliche Erkrankungen, wenn man ein Virusinfekt hat, der Krippe,
00:16:22: dann kann das auch eine Auswirkung auf die Psyche haben,
00:16:26: und das habt ihr vielleicht auch schon mal bemerkt, dass man auch schlecht drauf ist.
00:16:29: Da geht es am Körper nicht gut, da geht es an den Psyche nicht gut,
00:16:32: und das ist dann auch keine Depression.
00:16:36: Ein Beispiel, das ich auch immer nenne, wenn zum Beispiel jemand,
00:16:42: wenn man Verlusterlebnis hat, schlimmstenfalls, stirbt jemand,
00:16:49: dann ist es auch adäquat, dass man diese Gefühle vielleicht sogar länger als zwei Wochen verspürt.
00:16:57: Auch das ist keine Depression, das ist eine traurige Aktion.
00:17:01: Wenn man sehr lange trauert und gestresst ist,
00:17:05: dann kann es durchaus sein, dass sich eine Depression dann prospjektiv entwickelt.
00:17:08: Aber grundsätzlich ist beim Todesfall diese Gefühle, die man hat, das ist was Normales.
00:17:15: Das würde man auf keinen Fall als krankheitswertig bezeichnen.
00:17:22: Was ich dann auch vielleicht ergänzen kann, was auch sehr wichtig ist,
00:17:28: ist einfach dieser subjektive individuelle Leidensdruck, der da ist, anhand von Symptomen,
00:17:34: weil es gibt verschiedene Dinge wie zum Beispiel Schlafstörungen,
00:17:38: die dann vielleicht für jemanden total schwierig sind in der Alltagsbewältigung,
00:17:42: die wirklich Auswirkungen haben auf Beziehungen, auf das Wohlbefinden,
00:17:47: auf das mentale psychische Wohlbefinden und dass das auch dann wieder ein bisschen einfließt
00:17:52: zu diesen Symptomen, die einfach die Erkrankung, die man braucht für die Diagnosestellung.
00:17:57: Ich glaube, dass es da auch ganz wichtig ist, dass man einfach kurz in sich hinein schaut
00:18:02: und reinfühlt und schaut, kann ich meinen Alltag noch bewältigen,
00:18:05: wie geht es mir, oder ist mein Leidensdruck so hoch,
00:18:08: dass ich einfach Hilfe in Anspruch nehmen sollte.
00:18:11: Und eben auch ein bisschen abwegt, was sind eigentlich Reaktionen und Gefühle, die sein dürfen,
00:18:16: wie zum Beispiel nach einem Todesfall, oder wann ist das schon so stark,
00:18:21: dass es meinen Alltag eben komplett beeinflusst?
00:18:24: Depressionen haben natürlich Auswirkungen auf die Lebenswelt und auf die Familie,
00:18:32: wenn es Familie gibt. Was kann ich als Familienangehöriger machen,
00:18:37: wenn ich das Gefühl habe, mit meinem Partner, mit meinem Angehörigen,
00:18:43: das stimmt aus überall längere Zeiten nicht, und er lässt sich,
00:18:48: weil es macht ja mit mir was, also wenn sich der nicht dazu bewegen lässt,
00:18:52: und wenn ich in Anspruch habe, du glaubst, und so, du brauchst Unterstützung,
00:18:55: und der macht das nicht, das hat ja Auswirkungen.
00:18:59: Kinder, Partner, Innen haben die Möglichkeit, dass sie sich wohin wenden,
00:19:06: wie ist sie das zufällig?
00:19:08: Also zu dem Punkt kann ich sagen, dass die moderne Psychiatrie,
00:19:13: das lebt, dass Angehörige in die Therapie mit einbezogen werden.
00:19:18: Wir wissen heute, dass eine psychische Erkrankung einer Person,
00:19:24: nicht nur die Person selber, sondern wirklich das Umfeld,
00:19:27: die Angehörigen und die Zugehörigen total beeinträchtigen kann.
00:19:30: Da ist es wichtig, wir laden zum Beispiel Angehörige ein zu besprechen,
00:19:37: um Dinge zu besprechen.
00:19:39: Es gibt in der Psychiatrie auch das Konzept, das nennt sich Trialog,
00:19:43: ich finde es total modern, wo Patientinnen, Angehörige und Professionisten
00:19:49: auf Augenhöhe einfach miteinander reden, diskutieren und schauen,
00:19:53: welchen Weg kann man gehen.
00:19:55: Ich glaube, da tut sich das Hinweis in der Psychiatrie,
00:19:59: würde mich fast da etwas weiter als in anderen medizinischen Fachrichtungen,
00:20:05: dass wir die Angehörigen da gut mit einbeziehen.
00:20:09: Wir beziehen übrigens nicht nur Angehörige ein,
00:20:11: sondern auch andere Leute, die vielleicht an einer psychischen Erkrankung,
00:20:16: die betroffen sind oder betroffen waren,
00:20:19: die nennen wir Genesungsbegleiterinnen oder Genesungsbegleiter,
00:20:24: oder XIN, wobei XIN steht für Experience, Development,
00:20:28: also die kennen sich aus, die haben zwar selber Erkrankungen,
00:20:32: aber die haben die so gut im Griff, dass sie anderen Patientinnen und Patienten helfen können,
00:20:38: dass sie die unterstützen können, wie man den Weg gut macht
00:20:42: Ich sage es noch einmal, die Kerstin hat schon gesagt, wie man selbstbestimmt das autonomes
00:20:47: Leben führen kann.
00:20:48: Das ist eigentlich das Ziel.
00:20:49: Und das ist jetzt wiederum ein Anknüpfung an die Tagesklinik, oder?
00:20:53: Wo du auch gesagt hast, dass das Sinn macht, weil die Patientinnen in einer Lebenswürze
00:20:59: am Nachmittag und am Wochenende.
00:21:01: Und es bringt einem ja diese lebensfremde Lebenswelt nichts.
00:21:07: Und dann, wenn man zurückkommt, stört sie erst heraus, ob es funktioniert oder nicht funktioniert.
00:21:14: Das ist das Erleante.
00:21:16: Das stimmt.
00:21:17: Wir haben die, das kann vielleicht auch die Kerstin berichten, wir haben ein Konzept
00:21:21: in der Tagesklinik, dass wir Leute zuerst mal drei Wochen behandeln.
00:21:25: Also das nennen wir Orientierungsphase.
00:21:27: Und dann sagen wir, dass unsere Patienten dann für drei Wochen nach Hause gehen sollen.
00:21:33: Und sie sollen das, was sie jetzt in den ersten drei Wochen erfahren haben, versuchen,
00:21:37: zu setzen.
00:21:38: Wir nennen das Selbsterprobung.
00:21:39: Wir können wirklich so schauen, was funktioniert gut, wo gibt es vielleicht noch Schwierigkeiten,
00:21:44: weil wie du richtig gesagt hast, das ist in einem Therapiesetting, das ist nicht ganz
00:21:48: die Realität.
00:21:49: Die Realität trifft dann dann relativ hart, wenn man wieder zu Hause ist.
00:21:54: Und deswegen finde ich diese Selbsterprobung wirklich toll und wir haben wirklich super
00:22:00: Rückmeldungen von unseren Patienten bekommen, diesbezüglich die vielleicht zuerst ein bisschen
00:22:05: skeptisch sind.
00:22:06: Ich denke, jetzt bin ich gerade ankommen, jetzt muss ich wieder gehen.
00:22:09: Aber retrospectiv, im Nachhinein sind sie wirklich dankbar über diese Erfahrung, weil
00:22:15: genau das, was wir sagen, dass es schwierig sein kann, eintritt.
00:22:19: Und die haben dann die Chance, am Ende der Therapie, wenn wirklich die Entlassung ansteht,
00:22:25: mit ganz anderen Touls und mit ganz anderen Möglichkeiten dann zurück in den Alltag zu
00:22:30: gehen.
00:22:31: Das sind besser gewappnet und das ist schon toll.
00:22:33: Beziehungsweise Sie können auch wirklich dann forsieren, was waren so die Herausforderungen
00:22:38: im Alltag und wo soll ich vielleicht noch ein bisschen mehr darauf achten, wo könnte
00:22:42: ich mich vielleicht noch ein bisschen Inhalte holen, wie kann ich eben die verschiedenen
00:22:46: Berufsgruppen halt fragen, was gibt es noch für Möglichkeiten, wie ich das verbessern
00:22:50: und optimieren könnte.
00:22:51: Und was ich auch ganz, ganz wichtig finde, jetzt unabhängig vom tagesklinischen Setting
00:22:56: oder auch auf der Bettenstation ist einfach diese Psychoeducation, also auch diese Wissensvermittlung
00:23:02: über die verschiedenen Krankheitsbilden, was bedeutet das, was sind Symptome, was sind
00:23:06: Frühwanzsachen, weil wir einfach möchten, dass die Patientinnen und Patienten, quasi
00:23:11: Experten, ihre Erkrankungen werden.
00:23:13: Dieser Podcast wird unterstützt von der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur.
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00:23:31: und Pflegezentren.
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00:23:40: Gerne das Test gesprochen über, wir können nicht alle Krankheiten heilen, so wie den
00:23:46: Diabetes, manches wird chronisch.
00:23:49: Jetzt wissen wir aber von alsomatischen Medizin, dass man sehr viel Vorbeugung treiben kann,
00:23:55: man soll nicht rauchen, man soll Sport treiben, man soll Freunde treffen, die Ernährung hat
00:24:02: einen Einfluss um quasi, natürlich hat die Genetik, also das, was in uns angelegt ist,
00:24:09: natürlich einen Einfluss drauf, aber manches lässt sich durch einen gesunden Lebensstil
00:24:15: vermeiden und verhindern.
00:24:18: Jetzt ganz leinhaft gefragt, weil ich noch nie auf einer Psychiatrie gearbeitet habe,
00:24:25: aber man hört jetzt immer, ich habe Kinder und die sind jugendlich und ich weiß, da probiert
00:24:32: man sich gern und so, was kann man tun, um psychisch gesund zu bleiben und explizit,
00:24:41: man hört immer mehr von synthetischen Cannabinoiden und diesen ganzen Geschichten, was soll ich
00:24:49: unbedingt vermeiden und ich möchte aber gleich vorausschicken, wir werden in Kürze einen
00:24:55: eigenen Podcast aufnehmen zum Thema Suchterkrankungen mit einem Kollegen von dir, mit dem Herrn Primaris
00:25:02: Korbel, was nur um das Thema Sucht gibt, deshalb was kann man tun, um gesund zu bleiben und
00:25:10: chronisch, chronisch wird man manchmal weiß in der Summatik, wenn man lang zu erwartet,
00:25:15: bis man endlich eine Therapie macht, umso früher ich bei euch andocke, umso besser ist
00:25:21: das dann, Fragezeichen?
00:25:23: Ich fange vielleicht jetzt bei der letzten Frage an, das ist ein guter Punkt, das wissen wir
00:25:32: ja auch in der Psychiatrie ist es so, dass die Prognose für die Behandlung besser ist,
00:25:38: wie früher man beginnt, also das ist so, das ist auch etwas, was mir total wichtig ist,
00:25:45: da anzubringen, das wissen viele Leute nicht, psychische Erkrankungen sind in der Regel
00:25:51: extrem gut zu behandeln, da gibt es so Mütten, die auch ich in meiner Familie, oder denen
00:26:02: ich in meiner Familie begegne, dass man sagt, okay, kann man da überhaupt noch was tun
00:26:05: und wenn man dann psychisch krank ist, dann geht ja dieses und jenes nicht mehr, es geht
00:26:11: vielleicht für gewisse Zeit nicht mehr, aber wenn man sich am Fuß gebrochen hat, kann
00:26:15: man auch nicht, vor allem für gewisse Zeit und nach dem Genesungsprozess kann man das
00:26:19: wieder machen und das in der Psychiatrie auch so, wir haben immer wieder Leute, ich rede
00:26:24: wieder von der Tageskinnig, weil das ist einfach jetzt am nächsten, die nach der Therapiefase
00:26:32: besagen sich selber als andere Menschen wieder nach Hause gehen, da würde man gar nicht,
00:26:39: die würde man nicht wiedererkennen, die würde man wahrscheinlich schon nach der Straße nicht
00:26:43: wiedererkennen, wie sie gehen, weil man einfach mit einem anderen Selbstbewusstsein geht,
00:26:49: wenn es einem gut geht und wenn man bedrückt ist, wenn man depressiv ist, dann strahlt man
00:26:55: das raus, also wichtig, frühzeitig Behandlung suchen, weil die Prognose dann besser ist.
00:27:04: Bezüglich deiner zweiten Frage, so ein bisschen wie kann ich meine psychische Gesundheit stärken,
00:27:10: wie kann ich sie positiv beeinflussen?
00:27:12: Ich finde, da sind ganz, ganz viele Aspekte drin, die da einfließen können, also ganz
00:27:17: viele mit Resilienz zu tun, also diese Schutzfaktoren, das kann sein, wie ich aufgewachsen bin,
00:27:24: aber Rückhalt, das können aber auch Hobbys Aktivitäten sein, die man sich im Laufe der
00:27:29: Zeit einfach aneignet, die man gern macht, die einen stärken, also beim einen ist das
00:27:34: Sport, beim anderen ist das zum Beispiel eher künstlerisch oder in der Natur draußen.
00:27:39: Ich glaube, wichtig für sich selber ist zu erkennen, was tut mir gut und dann auch zu
00:27:44: reflektieren, was tut mir nicht gut, was sollte ich vielleicht in meinem Leben ein bisschen
00:27:48: reduzieren und was könnte ich vielleicht ein bisschen mehr machen, wo ich weiß, okay,
00:27:53: was stärkt mich und was, wie auch in dem Sinne, ganz wichtig ist, also es gibt, glaube ich,
00:27:58: in vielen Berufsfeldern schwierige Situationen, dass man auch nicht das Gefühl hat, man muss
00:28:04: alles aushalten, sondern eben auch miteinander redet und irgendwie Hilfe in Anspruch nimmt,
00:28:10: wenn man merkt, okay, ich komme da nicht weiter.
00:28:12: Den Begriff Resilienz magst du mir noch mal schreiben, Gersten, bitte.
00:28:17: Also es ist einfach der Schutzfaktoren, die innerlich und äußerlich bedingt sein können,
00:28:22: sondern einfach Schutzfaktoren, die einen schützen sollen vor eben psychischen, also
00:28:29: Widerstandsfähigkeit ist eigentlich das richtige Wort.
00:28:30: Trotz Belastungen gesund zu bleiben.
00:28:32: Genau.
00:28:33: Und das ist einfach wie so ein Schutzmantel, kann man sich das vorstellen, der dann eigentlich
00:28:36: so dick sein sollt oder dass man halt das bestimmte Dinge auch einfach abprallen.
00:28:40: Mhm, danke.
00:28:41: Also ich vielleicht auch noch ein Gänzens sagen würde, das ist super erklärt, Kerstin,
00:28:47: weil du, Peter, am Anfang gesagt hast, um körperlich gesund zu bleiben, da geht es
00:28:51: um Ernährung, um Sport, das ist für die Psyche genau gleich, da gibt es überhaupt keinen
00:28:57: Unterschied, das ist ein Punkt.
00:28:59: Und der weitere Punkt, da ging es um Substanzen und der Christian Kauber wird das sehr bald
00:29:06: super erklären können.
00:29:08: Aber da möchte ich sagen, vor allem, wenn es um Jugendliche geht, da muss man bedenken,
00:29:14: dass Jugendliche, was das Gehirn angeht, noch im Wachstum sind.
00:29:21: Auch wenn sie jetzt vielleicht schon die volle Körpergröße erreicht haben und auch das
00:29:26: Gehirn hat eigentlich das Volumen des Erwachsenen schon so mit zehn Jahren.
00:29:31: Also da ist man noch ein Kind erreicht, aber es passieren total viele Verknüpfungen von
00:29:36: Nervenzellen, vor allem in Arealen, die, also man nennt das den präfrontalen Cortext,
00:29:43: das ist so an der Stirnseite des Gehirns, das ist unser Vernunftszentrum und wichtig
00:29:48: für längerfristige Planung und der entwickelt sich noch relativ lange, der ist erst dann
00:29:55: so im 25.
00:29:58: Lebensjahr oder sogar ein bisschen später ausgereift und natürlich müssen wir das
00:30:02: bedenken, wenn wir Substanzen konsumieren, dass es da einen Effekt haben kann.
00:30:07: Ja, hört man immer wieder gut, dass du nochmal ansprichst und ich bin mir sicher mit dem
00:30:14: Christian Korbel und wir haben uns nur dieser Thematik widmen.
00:30:18: Die wird dann eignen, podcast wert sein.
00:30:21: Aber ihr beide habt jetzt gesagt, es ist wichtig gesund zu bleiben und auf seine
00:30:26: Psyche zu achten und du hast, ich denke Körper, Geist und Seele, also Bewegung, Ernährung,
00:30:32: soziale Kontakte, all das tut uns gut und nicht rauchen tut nicht nur der Lunge gut.
00:30:39: Was macht der Experte für seine Gesundheit, der ja, also ich stöme das so, wie soll ich
00:30:52: sagen, ich glaube schon, dass ihr wahrscheinlich Geschichten in eurer und Schicksale in eurer
00:30:59: zuwürfen, Hallenabteilungen, ja aber auch ihr, in eurer Berufstätigkeit Schicksale
00:31:04: habt.
00:31:05: Was macht ihr, damit ihr diese Situationen nicht mit nach Hause nimmt?
00:31:08: Wie achtet ihr auf euer Gesundheit?
00:31:13: Wir wissen ja von Kardiologinnen, die auch rauchen, man gehört.
00:31:17: Also was macht der Experte?
00:31:19: Also ich persönlich mache sehr viel Sport.
00:31:22: Die kärste auch, das weiß ich, ja.
00:31:24: Also das ist so auf unserer persönlichen Ebene, alles Ausgleich zum Abschalten, zum runterkommen,
00:31:32: also wir als In-der-psychiatrie Tätige tun und das sind wir, glaube ich, auch Vorreiter
00:31:40: und Vorreiterinnen, das ist die regelmäßige Supervision.
00:31:43: Wir haben die Möglichkeit in regelmäßigen Intervallen von zumindest einmal im Monat
00:31:50: schwierige Situationen und herausfordernde Patientinnen und Patienten zu besprechen,
00:31:57: mit einer externen Supervisorin, die uns dann unterstützt und die einen objektiven professionellen
00:32:03: Blick von außen gibt, wo wir auch dann berichten können, was uns vielleicht schwergefallen
00:32:09: ist, was uns belastet und das hilft irrsinnig, um mit schwierigen Situationen besser zurecht
00:32:18: zu kommen und das hilft auch irrsinnig, längerfristig in dem Job arbeiten zu können, weil es ist
00:32:23: belastend, medizinische Berofe generell sind belastend, wir gestehen sonst manchmal zu
00:32:30: wenig ein, ja.
00:32:32: Helferberofe manchmal hilft man einfach, vielleicht dazu viel schaut auf sich selber zu wenig,
00:32:38: aber ja, Supervision würde ich als Schlüsselwort da jetzt nennen.
00:32:45: Ich kann mich dann anschließlich einfach einfach isinnig wichtig darüber zu reden und auch
00:32:50: ein bisschen in sich zu gehen und das ist jetzt das zweite Wort, was ich jetzt so reinwerfen
00:32:54: muss, dass es einfach achtsam sein, sich gegenüber achtsam in sich rein fühlen.
00:33:00: Wie war eine bestimmte Situation für mich, belastet mich die jetzt doch mehr als ich
00:33:04: denke und möchte ich vielleicht noch mit einem Kollegen oder Intim das besprechen, weil es
00:33:09: kommen ja, also ich genieße das schon immer sehr, wenn es auch schwierige Situationen
00:33:12: gibt, wenn ich dann von Kolleginnen zum Beispiel auch Ratschläge bekommen habe, wie weißt
00:33:17: wenn du jetzt noch das und das machst und das kann was Keines sein wie ein Spaziergang
00:33:22: oder dass ich mir eine Playlist mache oder sonstiges, also das ist dann sehr individuell
00:33:27: wichtig ist, denke ich nur dieses drüber reden und dem Ganzen einen Raum geben.
00:33:30: Ich glaube, dass drüber reden ganz, ganz wichtig ist, da bin ich ganz bei euch und ich bin ein
00:33:34: großer Fan von Supervision, die habe ich vor 20 Jahren das erste Mal kennengelernt, dass
00:33:38: ich immer auch regelmäßig Supervision, ich finde, das ist eine großartige Möglichkeit
00:33:43: auch der Persönlichkeitsweite Entwicklung, aber auch um gesund in dem Job zu sein und
00:33:49: zu bleiben und weiterhin mit Freude in diesem Beruf tätig sein zu können und wir haben
00:33:55: regelmäßige Supervisionen nicht nur bei euch in der Psychiatrie, sondern auch in der
00:33:59: Palliativstation, die das Routine, also Routine, sehr systematisch quasi hat und auf allen
00:34:08: anderen Abteilungen bei Bedarf. Aber was ich mir mehr wünschen würde ist, dass man es,
00:34:19: das ist eher als ein, ein, ein großartiges Geschenk zur Weiterentwicklung sieht, als
00:34:25: ein Zeichen der Schwäche, weil ich glaube manchmal wird es als das gesehen, das ist
00:34:29: jetzt eine Hypothese von mir, die ich hier in den Raum stelle.
00:34:33: Ja, man hat mir einfach, oder glaubt man, die Zeit nicht zu haben?
00:34:37: Ja, genau.
00:34:38: Man hat, der Alltag ist so voll mit Aktivitäten und mit Aufgaben, dass man sich denkt, ich
00:34:45: kann nicht, ich könnte in diesen eineinhalb Stunden Supervision so viel Arbeit erledigen.
00:34:49: Das ist aber kurzfristig gedacht, weil längerfristig gedacht, um im Gesund zu bleiben und die Arbeit
00:34:55: einfach gut erledigen zu können, sind diese eineinhalb Stunden wirklich gut benützt.
00:35:01: Also das muss man, aber das ist ein wichtiger Punkt, ich glaube, du hast total recht.
00:35:06: Danke.
00:35:07: Ich muss jetzt noch mal etwas aufgreifen, was du vorher schon ein bisschen kurz erwähnt
00:35:12: hast, das war bezüglich Methoden und Verfahren, die es ja auch in der Psychiatrie gibt, wo
00:35:16: sich viel weiterentwickelt hat, wo sehr viel innovativ und moderne sind, du hast da was
00:35:20: genannt mit Stimulation, Stimulationsverfahren etc.
00:35:24: Mich würde noch interessieren, was für Visionen du bezüglich der Bettenstation hast, was es
00:35:30: dafür Konzepte gibt, wo du sagst, hey, das ist super innovativ, das würde ich da gern
00:35:37: integrieren, ich glaube, dass das gewinnbringend ist, dass es eigentlich, was mich noch sehr
00:35:42: interessieren wird.
00:35:43: Ja, vielen Dank für die Frage.
00:35:44: Ich glaube, was ich verraten kann, ist, dass sich der Psychiatrie-Alltag wirklich geändert
00:35:52: hat in den letzten Jahren.
00:35:53: Das ist nicht mehr so, wie sich das vielleicht manche vorstellen und meine Vision für die
00:36:01: Psychiatrie, für die psychiatrische Bettenstation ist, dass wir wirklich eine oder die bestmögliche
00:36:08: Versorgung der Menschen da in der Region leisten können in einem multiprofessionellen Team,
00:36:17: das motiviert ist, das Lust hat, wirklich auch moderne, neuere Therapieverfahren zu machen,
00:36:26: mitzutragen.
00:36:27: Wir haben auch ein Konzept, das möchte ich erwähnen, das nennt sich "safe words".
00:36:35: Safe words bedeutet sichere Station und da geht es viel um Stationsatmosphäre und über
00:36:43: die Stationsatmosphäre auf sozusagen gegenseitige Wertschätzung zu schauen, wo steht der andere,
00:36:51: wo muss man ihn oder sie abholen, dass man auch schaut, okay, wie überbringt man eine
00:36:56: schlechte Nachricht, was tut man bei Krisen, wie das sind alle so Sachen, die wir dann
00:37:02: gemeinsam, bevor die Station startet, auch gut einüben und trainieren werden, damit das
00:37:06: dann funktioniert, weil so wie Internisten, die Cardiopulmonale Rehrenemission, üben müssen,
00:37:13: müssen wir auch üben, um sozusagen unsere Konzepte auch gut rüberzubringen.
00:37:20: Und ich habe es eingangs schon gesagt, zwei Konzepte in der Psychiatrie, die ganz wichtig
00:37:28: sind, das ist einerseits das Empowerment, also die Befähigung, Leute wieder in die Lage
00:37:34: zu versetzen, dass sie ein autonomes selbstbestimmtes Leben führen können und da ist verknüpft das
00:37:42: Wort Recovery und Recovery meint die Genesung.
00:37:46: Ja, ich habe es, oder Kerstin, du hast es eigentlich schon gesagt, auch wenn man Symptome hat,
00:37:53: ja, kann man diese Symptome lindern und trotzdem ein autonomes und ein zufriedenes Leben führen.
00:38:00: Ja, und das ist eigentlich so das Ziel, dass wir Leute dabei unterstützen.
00:38:05: Da kann ich mich nur anschließen.
00:38:08: Ja, das ist schön.
00:38:09: Ich bin schon wirklich gespannt auf die Bettenstation, ich hoffe, der von mir vorbei schon bei euch
00:38:16: an dir, ihr sagt zu mir, was ihr da alles macht.
00:38:18: Ich habe heute unglaublich viel gelernt, ich habe gelernt, dass es einen Unterschied gibt
00:38:24: zwischen psychiatrklinischen Psychologen und Psychotherapeuten, dass die Lebenswelt
00:38:30: eurer Patientinnen unglaublich wichtig ist und dass die Angehörigen nicht nur als Besucher
00:38:35: gesehen werden, sondern dass sie in euer Behandlungs- und Betragungskonzept mit einbezogen sind, weil
00:38:43: ihr die Menschen wieder gut in die Umwelt, sage ich jetzt einmal, also in deren Lebenswelt
00:38:52: entlassen möchtet und du hast es ja jetzt gerade gesagt, Empowerment und Recovery sind
00:38:59: ganz wichtige Schwerpunkte.
00:39:01: Ich selbst, und ich denke mal, ich sage das ja fast bei jedem Podcast, ich bin so ein Fender
00:39:06: Multidisciplinarität, weil ich glaube, es geht nicht anders.
00:39:10: Ja, also Einzelkämpfer werden in diesem Gesundheitssystem keine Chance haben, es geht nur miteinander
00:39:17: für eine gute Patientinnenversorgung, nämlich mit unseren Patientinnen im Sinne des Schertesission-Making,
00:39:24: ich denke, dass wieder auf der Psychiatrie ein wichtiges Thema sein und ich übernehme
00:39:30: jetzt eine Rolle vom Oliver, aber ich will es nicht so dramatisch machen, Gernot, welchen
00:39:37: Appell hast du für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer ganz am Schluss?
00:39:41: Ich habe einen Appell und zwar möchte ich meinen ehemaligen Chef zitieren, den Martin
00:39:47: Eigner aus Thulen, der gesagt hat, oder mir mal gesagt hat, der Weihno-Assistent, er
00:39:52: würde sich wünschen, dass es irgendwann für alle Menschen genauso normal ist zu sagen,
00:39:57: ich gehe heute Nachmittag zu meinem Psychiater, wir gehen heute Nachmittag zu meinem Zahnarzt
00:40:01: und ja, ich kann nur sagen, das hat mir so gut gefallen und wir sind immer noch nicht
00:40:07: so weit, glaube ich, ja, darum möchte ich diesen Appell da in einem breiteren Rahmen sozusagen
00:40:13: wiederholen.
00:40:14: Danke für den Appell, ich glaube, der ist ganz wichtig und mit so einem Menschen wie
00:40:18: euch, falls es wahrscheinlich gar nicht schwer ist, euch aufzusuchen, er ist jetzt beide unglaublich
00:40:23: sympathisch, er kehrst in, ist alles gesagt, also es ist nie alles gesagt, aber gibt es
00:40:30: noch was?
00:40:31: Nein, ich glaube, das war ein wirklich, wirklich guter, wichtiger Appell und es waren glaube
00:40:35: ich schon einige Appell jetzt zwischendurch drinnen.
00:40:37: Zwischen den Zeilen, mal schauen, ob das noch besser ist.
00:40:40: Ich erinnere mich jetzt noch gut an, okay, wenn ich überlege, sollte ich mir Hilfe suchen,
00:40:43: dann sollte ich mir Hilfe suchen, ich denke, das ist auch und ich denke, das Wichtigste
00:40:47: ist gesagt, man kann sicher noch weitere Podcasts planen.
00:40:50: Das wäre mir auf alle Fälle tun und ich schicke jetzt aber auch ein Appell raus an unsere
00:40:55: Zuhörerinnen und ich möchte Danke sagen, Danke, dass Sie uns so fleißig abonnieren, das ist
00:40:59: wirklich großartig und der Appell ist folgender Kerstin Oliver und die, wir würden gerne den
00:41:06: Ö3 Podcaste wahr, 20, 25, gewinnen, voten Sie für uns, herzlichen Dank und auf Wiederhören.
00:41:12: [Musik]
00:41:23: ♪ Musik ♪