#57 Hörverlust beginnt oft leise
Shownotes
Hören Sie noch richtig? Oder hat Ihr Kind Hörschwierigkeiten? In Folge 57 geht es unter anderem um ein unterschätztes Sinnesorgan. Unser Gehör. Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl ist Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren (HNO) am Universitätsklinikum St. Pölten und international anerkannter Experte für Hörimplantologie. Er erklärt, wie man Hörprobleme bei Kindern und bei sich selbst testen und erkennen kann, nennt Behandlungsmöglichkeiten und betont, warum Prävention im mittleren Alter und rasches Handeln so wichtig sind. Seine Botschaft: Schlecht hören ist kein Schicksal, das unabwendbar ist!
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00:00:00: Ich denke, dass es wichtig ist, auch den Menschen, die jetzt im mittleren Alter sind, um die Fünfzigherum zu sagen, bitte schön, kümmert euch um euer Gehör, schaut euch das an.
00:00:09: Und wenn es dann soweit ist, wird euch der HNO-Arzt oder der Akustiker darauf hinweisen, dass eine Hörgeräteversorgung sinnvoll ist.
00:00:36: Wir sind bereit.
00:00:36: Kerstin, bist du bereit?
00:00:37: Ja, wir sind wieder da.
00:00:39: Sehr
00:00:39: gut.
00:00:41: Du startest.
00:00:42: Was?
00:00:42: Du hast gesagt, du startest.
00:00:43: Ich mach die Vorstellung.
00:00:47: Wir haben heute ein total spannendes Thema und einen Expertenwart, den der Beta gleich vorstellen wird.
00:00:52: Zuerst möchte ich unsere Zuhörerinnen und Zuhörer vom Podcast der Sprechzimmer G1.3 begrüßen.
00:00:58: Heute haben wir mit Funktionen zu tun, die uns eigentlich alle betreffen, hören, schmecken und Ja, das breite Fachgebiet der HNO.
00:01:08: Und Peter will uns jetzt unseren lieben Gast vorstellen.
00:01:12: Herr Kerstin, wir haben ein wahnsinniges Glück, hätte ich jetzt einmal gesagt.
00:01:17: Wir haben einen internationalen Experten bei uns im Haus und heute zu Gast ist der Herr Primarius, Universitätsprofessor Dr.
00:01:24: Georg Sprinzl.
00:01:26: Er leitet die klinische Abteilung für Hals, Nasen und Ohren.
00:01:32: Mit einem riesigen Team und einer unglaublichen Versorgungstichte.
00:01:36: Ich habe auf die Homepage kurz geschaut und habe geschaut, was was bittet denn.
00:01:40: Die HNO-Abteilung alles an im Haus und die HNO-Abteilung hat ein Onkologie-Team.
00:01:46: Die HNO-Abteilung hat davon ja drei Team, das beschäftigt sie mit Sprach- und Stimmbildungen oder Erkrankungen, hat ein Team für Hörstörungen und Pedaldiologie, ich kann es kaum aussprechen.
00:02:02: Und das beschäftigt sie mit Hören und Sprechen bei Kindern.
00:02:06: Es gibt eine Tagesklinik, es gibt eine Rhinologie und eine Allergologie-Team, das sie mit Allergien oder Erkrankungen in der Nase beschäftigt.
00:02:13: Und ein Osas-Team, kerstin.
00:02:16: Osas, sagt ihr
00:02:17: was?
00:02:17: Nein, wir haben vorher schon spekuliert, das hat uns bei einem nichts gesagt, deswegen...
00:02:21: Ja, es beschäftigt sie mit der obstruktiven Schlafabnähe.
00:02:25: Herr Primarius Sprinzl, super, dass Sie da sind.
00:02:27: Ja, vielen herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:30: Freu mich auf das Gespräch.
00:02:32: Jetzt haben wir gehört, wie riesig ihr Team ist und mit wieviel Erkrankungen, oder so mehr Erkrankungen sagen kannst.
00:02:43: Ja,
00:02:43: auch generell Beschwerden aus diesem Bereich, würde ich sagen.
00:02:46: Sie beschäftigt sind und wir wissen, sie sind der Experte.
00:02:53: in Europa und ich glaube fast weltweit für höre Implantate, was immer das jetzt da ist.
00:03:03: Ja, vielen Dank für die Rosen.
00:03:07: Hören ist etwas, was uns im Wastensinn des Wortes bewegt und es ist eines unserer Spezialgebiete.
00:03:13: Ja, das kann ich bestätigen.
00:03:16: Nichtsdestotrotz möchte ich nochmal auch Wert darauf legen, unsere Abteilung.
00:03:21: versucht wirklich die Halsnassenohrnachkunde umfassend und komplett abzudecken.
00:03:26: Und ja, das stimmt.
00:03:29: Sie haben recht, ein Spezialgebiet, das wir sicherlich auf international absolut hohem Niveau abbilden können, ist die Höhe im Plantologie.
00:03:41: Das macht auch die Faszination der HNO-Halkunde aus.
00:03:44: Wir haben Patienten, die sehr, sehr jung sind, die neu geboren sind und bei denen eine Höchststörung erkannt wird.
00:03:51: Wir haben aber auch Patienten, die sehr, sehr alt sind.
00:03:55: Und die auch schlecht hören.
00:03:57: Und wenn man schlecht hört, leidet man unter einer Kommunikationsstörung.
00:04:01: Immanuel Kant hat mal gesagt, das ist ein berühmtes Zitat, dass ich immer wieder gerne ... auch aus der Zitatekiste hervorhole, wenn ich sieh, verliert die Dinge und wenn ich sieh, verliert die Menschen.
00:04:15: Und das umschreibt eigentlich das Problem der Menschen, die Unterhörstörung leiden, am besten.
00:04:22: Und das ist auch dann für uns die Motivation, diese Menschen zu helfen und diese Menschen aus der sozialen Isolation herauszuholen.
00:04:31: Und wenn wir uns diese Patienten anschauen, die nach langjährigen Hörstörungen auch erfolgreich mit Implantaten versorgt werden können.
00:04:40: Die ändern sich im wahrsten Sinne des Wortes.
00:04:42: Das werden ganz andere Menschen, weil sie aus der sozialen Isolation wieder rauskommen.
00:04:46: Und der Mensch braucht Kommunikation.
00:04:49: Wir brauchen einander.
00:04:50: Ich glaube, es ist für den Menschen eines der größten Bürden isoliert zu sein und nicht kommunizieren zu dürfen.
00:04:57: Das ist ein Drama, das sich immer wieder abspielt.
00:05:01: Und ich persönlich habe auch viele Patienten, die gar nicht alleine zu mir kommen, sondern die im Begleitung ihrer Kinder, ihrer sozialen Umfeldes kommen und die sagen, bitte helfen Sie uns, weil es geht nicht mehr.
00:05:13: Ich finde da wohl schon was Wichtiges.
00:05:15: Es wäre eine Frage von mir gewesen, warum das Hören so wichtig ist für die Lebensqualität, was jetzt eigentlich gut beantwortet worden ist, weil natürlich das Hören mit Kommunikation zu tun hat und wie natürlich dann da die Gefahr da ist, dass es zu einer sozialen Isolation kommt.
00:05:30: Meine Frage wäre, was sind denn dann die Beschwerden oder Symptome, die sich häufiger leben, bevor man schon sagen kann, das ist jetzt vermindertes Hörvermögen.
00:05:39: Gibt es da Symptome, wo die Die Patienten vielleicht gar nicht wissen, dass hat jetzt was damit zu tun, dass es mit meinem Hören ein bisschen reduziert ist.
00:05:47: Also die klassische Situation ist natürlich, dass der Patient mit einem Partner oder mit der Familie vorstellig wird.
00:05:57: Das Lustige ist dann, ja, der Fernseher ist so laut.
00:06:01: Man kann nicht mehr zusammen Fernsehen schauen.
00:06:03: Weil der eine hört noch gut und dann hört schon viel viel schlechter.
00:06:06: Und das ist so, dann weiß ich immer, okay, da hat's was.
00:06:10: Man merkt das natürlich auch in solchen Momenten, wenn die Menschen halt sozial isoliert sind und in einer Depression verfallen.
00:06:18: Das hat man auch gar nicht so selten.
00:06:21: Diese Menschen unterziehen sich dann auch einer Wesensänderung durch diese Depression.
00:06:25: Das kann unglaublich ausgeprägt sein und das Umfeld ist dann komplett verzweifelt, weil die sagen, wir wissen gar nicht, was jetzt los ist und deswegen ist es auch wichtig.
00:06:37: sozusagen seine höher Leistung, seine höheren Nummer in Anführungszeichen zu kennen.
00:06:43: Das ist ein neues Projekt, was wir haben.
00:06:45: Wir wollen also im Grunde genommen im Rahmen eines Screening Verfahrens allen Menschen nahelegen, dass man so einen Hörtest selbst durchführt.
00:06:53: Jeder hat ja ein Handy heutzutage und kann das de facto schon mit einer App auch machen.
00:07:01: Man müsste also wissen, wie gut man hört.
00:07:04: Und wenn es da halt irgendwie Auffälligkeiten gibt, empfehlen wir diesen Patienten natürlich erst mal zum High Loads zu gehen oder zum Hörgeräteakustiker zu gehen.
00:07:13: Und wenn der dann sieht, dass da ein schwerwiegendes Hörproblem ist, weiß der die Patienten sowieso in die richtigen Kanäle und Wege zu.
00:07:23: Was wir heute sehen, nach wie vor, ich sage mal, wir leben in einem sehr, sehr reichen Land glücklicherweise und Österreich hat Trotz der ganzen Diskussion immer noch ein hervorragendes Gesundheitssystem.
00:07:36: Trotzdem könnten wir wesentlich mehr Menschen helfen, wenn wir diese Menschen auch früher sehen würden.
00:07:42: Also viele Patienten haben eine Vorgeschichte, die leiden jahrelang, ohne zu wissen, dass es Hilfe gibt.
00:07:48: Das ist ganz erstaunlich heute noch.
00:07:50: Und ich sage immer, ich kriege immer noch Patienten von der Botsteinkrannte, die hier ins Spital rein marschieren.
00:07:57: und nicht wissen, dass es für sie eine Lösung gibt.
00:08:01: Und deswegen ist es so wichtig, über das Problem zu reden und auch das Umfeld aufzuklären.
00:08:06: Und die Weltgesundheitsorganisation hat verschiedene Initiativen auch gestartet, um die Problematik des Schlechthöhrens anzugehen.
00:08:16: Wir wissen heute weltweit, derzeit gibt es um die dreihundertsechzig Millionen Menschen, die unter einer signifikanten Höherstörung leiden.
00:08:24: davon etwa, um fünf und dreißig Millionen Menschen, die wir als Taub bezeichnen würden.
00:08:29: Und wenn man jetzt dann, dass die Therapie dazu ansieht, also viele Menschen werden auch implantiert, aber weltweit gibt es eins, zwei Millionen Menschen, die mit einem Höheimplanter diesbezüglich versorgt worden sind.
00:08:43: Da sieht man die große Lücke.
00:08:45: Also man sieht einfach, was noch eigentlich alles gemacht werden muss, um diesen Menschen auch gerecht zu werden.
00:08:53: Wir leben in der glücklichen Situation auch in Österreich, dass alle die Menschen auch versorgt werden können, Gott sei Dank.
00:09:03: Sie sprechen von Screaming und von dem System Familie, die meistens drauf kommen, wenn irgendwas mit dem Hör nicht mehr so gut funktioniert und wie wichtig das ist.
00:09:15: Jetzt ist es so, ich denke, Sie sehen ja ... Alle Altersgruppen und schon, ich habe Kinder, und ich kann mir erinnern, wir sind mit unseren Kindern zur Logopädin im Krankenhaus gegangen, um autoakustische Emissionen zu messen.
00:09:35: Ich habe nie verstanden, was das genau eigentlich ist, aber meine Frau ist Logopädin und hat mir gesagt, Du, das macht man deshalb, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.
00:09:44: Das heißt, sehen Sie nicht schon die Menschen, ab deren Geburt vorst?
00:09:51: Ja.
00:09:52: Also in der Beziehung gibt es auch in Österreich eigentlich eine vorbildliche Screening-Methode, vor allen Dingen für die neu gewonnenen Kinder.
00:09:59: Sie haben es schon angesprochen, ultrakustische Missionen.
00:10:03: Man misst bei diesen Kindern sozusagen die akustische Reizantwort des Innenohres auf eine, um es vereinfacht zu sagen, Beschallung.
00:10:11: Also man steckt den ein Mikrofon ins Rohr und kann dann über einen akustischen Reiz die Antwort der Hörzellen messen mehr oder weniger, um es plastisch und einfach auszudrücken.
00:10:23: Mit diesem Verfahren gelingt es, Kinder, die im Screening auffällig sind, zu identifizieren.
00:10:30: Und diese Kinder werden dann zu einer weiteren Testung einbestellt.
00:10:33: Und wenn dieser Test dann nochmal auffällig ist, dann würde man eine objektive Hörprüfung durchführen.
00:10:40: Wir nennen das BEERA.
00:10:42: Das ist die Brainstem Evoked Response Audiometry.
00:10:45: Englisches Wort.
00:10:47: de facto, was man macht, in einer kurzen Akkose.
00:10:50: Man legt das Kind schlafen oder kann das auch im Melatoninschlaf machen, das heißt, mit einem Medikament, sodass die Kinder stiefig werden.
00:10:57: Dann bietet man diesen Kindern auch ein akustisches Signal an, ein akustischen Reiz und kann dann sozusagen auf Hirnstammebene die Hörkurve messen.
00:11:09: Das heißt, wir wissen dann, was sozusagen im Gehirn ankommt.
00:11:13: wenn wir diesen Test durchführen.
00:11:14: Das heißt, wir können eine sehr, sehr genaue Aussage darüber treffen, ob diese Kinder nun hören oder nicht.
00:11:20: Das führt dazu, dass man dann sozusagen diese Kinder identifizieren kann und dann rechtzeitig auch eine Implantation zuführen kann.
00:11:31: Das heißt, eine Versorgung mit einer Hörprothese, sodass diese Kinder dann in dem weiteren Verlauf eine ganz normale Entwicklung die gehen dann im Regelfall auch in normale Schulen, weil sie einfach durch diese Hörprothese, die dann bei diesen Kindern im Normalfall auch auf beiden Seiten implantiert wird, die kriegen ganz normalen Spracherwerb.
00:11:55: Ich habe da selbst mal ein sehr berühmtes Erlebnis gehabt.
00:11:57: Ich habe auf einer Auslandsreise ein neun Monate altes zypriotisches Kind operiert und das habe ich dann sechs Jahre später nochmal getroffen.
00:12:06: Und das hat sich zu einem ganz süßen Mädchen mit Zöpfen entwickelt und hat drei Sprachen gesprochen.
00:12:12: Also griechisch, englisch und türkisch gesprochen.
00:12:16: Also unfassbar.
00:12:18: Und das berührt eigentlich auch den Chirurgen am meisten.
00:12:23: Und das gibt ihr dann auch immer den Mut für diese Sache einzustehen und auch für diese Patienten zu kämpfen, weil das einfach Sinn macht.
00:12:30: Und diese Menschen führen dann ein ganz anderes Leben.
00:12:34: Und können sozusagen die Welt, die wir ja genießen, weil wir gut hören, weil wir gut kommunizieren können, auch mitleben.
00:12:42: Das wäre noch vor dreißig, vierzig Jahren ganz anders gewesen.
00:12:46: Und in meiner Augen ist das einer der größten Fortschritte auch in der Medizin.
00:12:51: Die Medizin hat sich in den letzten vierzig Jahren unglaublich gewandelt.
00:12:53: Da hat sich viel getan.
00:12:54: Aber die Halsnasen Ohrheikunde ist das einzige Fachgebiet, das ein Sinnesorgan wirklich so rehabilitieren kann, dass die Menschen wieder kommunikationsfähig werden.
00:13:04: Und das funktioniert, wie gesagt, bei ganz jungen Menschen.
00:13:07: Da gibt es diese Screening-Programme.
00:13:08: Das ist auch vorbildlich.
00:13:10: Das ist das sogenannte Milchstädterkonzept.
00:13:14: Geht zurück auf die Frau Prof.
00:13:16: Welsen-Müller, die das während einer HNO-Konferenz, österreichischen HNO-Konferenz in Milchstadt etabliert hat.
00:13:23: Das war, wenn ich richtig mich erinnere, in nineteenhundertsechsundneinzig.
00:13:29: Und seit dieser Zeit machen wir das eigentlich österreichweit, dass wir dieses Screening-Verfahren einsetzen für die... Neugeborenen Kinder, sodass wir diese Kinder einfach früher implantieren können und früher gut behandeln können.
00:13:40: Für die Erwachsenen gibt es uns Screening-Verfahren noch nicht, muss man ganz ehrlicherweise sagen.
00:13:44: Das ist sozusagen jetzt auch eine neue Entwicklung, die teilweise auch aus dem amerikanischen Gesundheitssystem mit übernommen wird.
00:13:52: Und es gibt einen Kollegen aus Amerika, Frank Lind, der beschäftigt sich viel mit Gesundheitsökonomie und Wir versuchen natürlich auch die Frage in diesem Zusammenhang zu beantworten, macht eine frühe Implantation in sofern sehen, dass man bei älteren Menschen auch demenzielle Prozesse stoppen kann.
00:14:13: Das ist die riesige Frage, an der wir auch arbeiten, auch hier bei uns.
00:14:17: Wir haben eine Kooperation mit der Klinik für Neurologie, mit dem Kollegen Oberndorfer.
00:14:21: haben da auch eine Studie sozusagen laufen, um das mal so Salopp auszudrücken.
00:14:27: Aber wir gehen auch dieser Frage nach, weil das ist natürlich unheimlich wichtig, weil das auch pro Futuro, das heißt für die Zukunft gesehen, unheimlich kostensparen kann, wenn wir wissen, dass diese Menschen dann eben später in die Demenz kommen.
00:14:41: und Verhandlungen eines Demenzkranken ist unheimlich teuer.
00:14:46: Wesentlich teurer als die Versorgung rechtzeitig mit einem Höhemplantat.
00:14:51: Kerstin, ich muss jetzt ansetzen sagen, weil ich finde, das, was wir gerade gehört haben, früher hat man ja... Und dann gesagt, das sind die Taubstummen.
00:15:00: Also die Betroffenen waren die Taubstummen.
00:15:02: Und ich denke, durch das, was Sie gerade erzählt haben, leitet sich für mich her, warum eine Taubstumme eigentlich gar nicht mehr sorgt.
00:15:10: Das sind die gehörlosen Menschen.
00:15:13: Weil Stummen waren sie eigentlich nie, sondern sie sind stumm geblieben, weil durchs Nichthören der Sprachewerb so schwierig war.
00:15:20: Und das, was man jetzt kann durch die Hörimplanten.
00:15:25: ist dieses hören und sie haben gesagt im neunten monat haben sie ein ist das so die der zeitpunkt wo man schon
00:15:35: das ist so die regelversorgung die wir anstreben.
00:15:38: also wir machen das so dass wir wenn die diagnose gesichert ist das ist meistens im dritten lebensmonat wirkt bei diesen kindern ein hörgeräte trageversucht durchgeführt und Wenn man dann merkt, dass diese Kinder nicht wirklich in einen Spracherwerb reinkommen, dann wiederholt man nochmal diese objektive Hörprüfung.
00:15:57: Und wenn man die zweite objektive Hörprüfung hat, zumindest bei uns im Haus, dass so die Negativ ist, dann ist das Kind in Anführungszeichen auch ein sehr guter Kandidat, um mit einer Hörprothese versorgt zu werden.
00:16:10: Im Rahmen dieser zweiten Behrer Führt man dann auch die Bildgebung durch.
00:16:17: Man muss natürlich wissen, wie sieht die zentrale Hörbahn aus.
00:16:20: Das heißt, wir führen bei diesen Kindern dann eine Kernspintomographie und eine Computertomographie durch.
00:16:27: Es gibt häufig auch, also die häufigste Ursache der Hörstörung ist leider immer noch unbekannt.
00:16:35: Das kann eine perinatale, virale Infektion sein.
00:16:40: Es gibt genetische Ursachen, die wir auch abklären.
00:16:42: Deswegen spielt heute auch die genetische Testung bei diesen neugeborenen Kindern eine große Rolle.
00:16:49: Wir lernen viel dadurch.
00:16:51: Und was ja heute auch möglich ist inzwischen, dass wir Patienten durchaus auch mit einer Resthörigkeit im Ohr trotzdem mit einer Prothese versorgt, mit einem Kochlerimplantat.
00:17:05: Und wir können im ... Paziell ertaubt nur eine Protese einbauen und sozusagen das Restgehör noch nutzen.
00:17:14: Und das ist eine Sonderform der Kochler Implantatversorgung.
00:17:19: Wir nennen das die sogenannte elektroakustische Stimulation, weil ein Teil der Hörschnecke stimulieren wir elektrisch und der Teil der sozusagen noch paziell funktioniert, der wird dann eben akustisch stimuliert.
00:17:34: Und das ist ein ganz spannendes Thema, das seit vierundzwanzig Jahren sich etabliert hat, gegen viele Widerstände.
00:17:41: Und ja, auch in diesem Teil der Versorgung beforsten wir.
00:17:48: Da spielt auch Robotik eine Rolle, die wir jetzt auch einsetzen, also auch die Roboter ziehen bei uns im OP ein.
00:17:56: Man ist da als Jürg dann am Anfang so ein bisschen skeptisch, ich sage das ganz ehrlich, aber ... Man muss diese Instrumente nutzen, um einfach die Ergebnisse zu verbessern.
00:18:07: Und man darf sich da auch da nicht zu schade sein, um damit wissenschaftlich zu arbeiten und einfach auch den Fortschritt einzuleiten.
00:18:15: Langfristig glaube ich nicht, dass der Roboter den Chirurgen per se ersetzen wird.
00:18:20: Es wird immer ein Hilfsmittel sein, aber ich ziehe ganz gerne den Vergleich dazu ran.
00:18:24: Wir haben heute alle Autos mit Navigationssystem.
00:18:28: Man muss sie ja nicht immer nutzen, aber man nutzt sie gerne.
00:18:32: Deswegen sitzen wir trotzdem da vorne noch drin und halten den Lenker und fahren von Punkt A nach Punkt B.
00:18:38: Kerstin, du wirst schon die längste Zeit was fangen und würde gern die Kinder abschließen.
00:18:42: Mit einer letzten Frage.
00:18:43: Ich hätte noch einfach eine Frage zu gehen.
00:18:46: Meine Frage wäre, weil wir von Screening Instrumenten gesprochen haben und ganz zu Beginn von, dass der Fernseher zu laut ist und man dann gemeinsam nicht mehr gut fernsehen kann, dass das zu den ersten Zeichen sind.
00:18:59: Mich würde interessieren, was könnte man den Eltern mitgeben, dass sie zum Beispiel erkennen, okay, aussetzt, dass der Sprachwerb jetzt irgendwie verzögert ist.
00:19:08: Was gibt es für Dinge, auf die die Eltern schauen sollten, was zum Beispiel ein Leben mit dem Hörvermögen zu tun hat?
00:19:15: Ja,
00:19:16: also wenn ein Kind beispielsweise nicht adäquat auf akustische Reize reagiert, ist das natürlich immer ein Wahnsignal.
00:19:23: Nichtsdestotrotz in Österreich ist es ja so, was wir alle, die dieses Screeningverfahren bekommen.
00:19:29: Alle Kinder, die bei uns in Österreich geboren werden, werden gescreened.
00:19:32: Und den Eltern muss man mit auf den Weg geben.
00:19:35: Bitte schön, wenn dieses Testverfahren auffällig war, bitte gehen Sie nochmal dann auch zu einem HNO-Arzt.
00:19:42: oder in einer Klinik, wo man das einfach dann wiederholen kann.
00:19:45: Und man muss dann einfach am Ball bleiben, weil man kann diesen Kindern dann auch helfen.
00:19:50: Also, Schlechthören ist kein Schicksal, das unabendbar ist heutzutage.
00:19:55: Wir können was machen und das ist eigentlich die positive Botschaft.
00:19:59: Ich kann mich erinnern an viele Gespräche auch mit Eltern, die natürlich die Diagnose kriegen.
00:20:04: Okay, mein Kind hört nicht.
00:20:05: Dann bricht erst mal die Welt zusammen.
00:20:09: Trotzdem sind diese Kinder, die meisten Kinder, normal intelligent und können eine ganz normale Entwicklung einnehmen, wenn man sie schnell genug und adäquat genug mit einem Höhenplantat versorgt.
00:20:21: Also die Botschaft ist eigentlich Hoffnung.
00:20:24: Und die Botschaft ist auch, wenn das auffällig ist, bitte das nicht irgendwie verdrängen, sondern man muss dann einfach adäquat reagieren und mit dem Kind dann einfach zum Spezialisten gehen.
00:20:38: Wir sehen immer noch leider ab und zu auch Kinder, die in drei, vier Jahre alt sind, die nicht in der Sprache werb reinkommen, bei denen man die frühzeitige Intervention verschleppt hat.
00:20:49: Das ist manchmal schade.
00:20:50: Dann ärgert man sich selbst, wenn man sagt, hey, warum ist das so gekommen?
00:20:54: Warum hat man da nicht aufgepasst?
00:20:56: Das kann durch einen Umzug eines menschlichen Schicksals ja verschiedene Facetten.
00:21:02: Das kann immer viel passieren.
00:21:03: Aber wichtig ist, ich sage immer, die beste Sprachtherapeutin ist die Mutter.
00:21:07: Deswegen heißt sie auch Muttersprache.
00:21:09: Man sich die Mutter meist mit dem Kind beschäftigt.
00:21:12: Und die kriegen das am ehesten auch mit, das was nicht stimmt.
00:21:17: Und ein Kind so mit achtzehn Monaten, das fängt ja dann so... sprechen und irgendwann kommen die ersten ein, zwei Wortsätze.
00:21:27: Wenn das dann ausbleibt, dann ist es höchste Eisenbahn.
00:21:30: Da muss man sagen, okay, das stimmt fast nicht.
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00:22:00: Wenn die Kinder in so jungen Jahren mit einer Hörpothese versorgen, jetzt wächst ein Kind, heißt das, dass sie immer wieder neuen Operationen...
00:22:15: Also im Regelfall nein.
00:22:18: Also wenn wir ein Kind jetzt im Alter von neun Monaten, zwölf Lebensmonaten mit einer Prothese versorgen, diese Prothesen funktionieren.
00:22:27: Also ich habe selbst Patienten, die sind seit dreißig Jahren, die kenne ich seit dreißig Jahren mit einem Höhenplantat versorgt.
00:22:35: Natürlich ist die technologische Innovation auch gerade auf dem Gebiet der Höhenplantate Unglaublich, da gibt es sehr starken Wettbewerb in der Industrie, die versuchen, diese Implantate kleiner, smarter und besser zu machen.
00:22:50: Und wir können als Österreich auch stolz sein, weil wir haben in Österreich eine Firma, die diese Implantate produziert.
00:22:59: auf dem Weltmarkt, glaube ich, Nummer zwei ist vielleicht sogar schon Nummer eins.
00:23:02: Ich weiß es nicht genau, aber da steckt auch viel österreichische Intelligenz und Know-how in diesen Implantaten drin.
00:23:11: Wenn man die Evolution der Implantate ansieht, die werden halt immer kleiner und die Leistung wird immer besser.
00:23:18: Und ich habe selbst auch schon Patienten nach zwanzig Jahren mit einem neuen Implantatsystem versorgt.
00:23:24: Das funktioniert auch.
00:23:27: Das heißt, man muss denn in der Zukunft natürlich auch damit rechnen, dass es neue Technologien gibt und deswegen versuchen wir diese Implantate, die wir auch heute setzen, so ... zu implantieren, dass die Strukturen, die wir benutzen, geschont werden.
00:23:45: Wir sprechen heutzutage von einer minimalinvasiven Präzisionschirurgie.
00:23:50: Und wir versuchen also auch, die Strukturen des Indurus so anzugehen und zu erhalten, dass sie praktisch für spätere Therapien nutzbar sind.
00:24:03: Wir wissen alle nicht, was mit der Gentherapie passiert.
00:24:07: Es gibt die ersten erfolgreichen, in Anführungszeichen Patienten, die auch erfolgreich gentherapiert worden sind.
00:24:18: Das sind momentan, glaube ich, weltweit eine Handvoll, fünf bis zehn.
00:24:24: Die Indikation nur für diese Gentherapie ist momentan eine Minimale.
00:24:29: Wenn man jetzt weiß, dass es thirty-six Millionen Menschen gibt, die taub sind.
00:24:36: Und man hat zehn Menschen, die mit einer Gentherapie versorgt worden sind, ja, das ist auch da.
00:24:43: Die Technologie beginnt sich langsam auszubreiten, nur es ist derzeit ein minimaler Patientenanteil, der überhaupt dafür in Frage kommt.
00:24:52: Das ist momentan die Suche nach der Heunade im Steckhaufen.
00:24:56: Das ist nach der Stecknade im Heuhaufen.
00:25:00: Was kann ich mir unter Gentherapie vorstellen?
00:25:03: Wir haben die Möglichkeit mit genetischen Vektoren, sozusagen die Hörzelle wieder zu reparieren, Anführungszeichen muss man ganz salopp auszudrücken und es zu technisch zu machen.
00:25:16: Man muss für diese Therapie halt eine ganz spezielle Art von Hörstörung haben.
00:25:23: diesen Österreich sehr, sehr selten, aber es wird natürlich weiter an möglichen gentherapeutischen Ansätzen geforscht.
00:25:32: Ich glaube, dass es in den nächsten zehn Jahren noch nicht so aussehen wird, dass das zu einer Regelversorgung wird.
00:25:38: Derzeit die Technologie, die stabil ist und die auch für die Patienten unmittelbar einen Spracherwerb ermöglicht, ist halt die Kochleimplantatversorgung.
00:25:48: Und ich denke, das wird noch eine Zeit lang auch so sein.
00:25:53: Deswegen macht es jetzt auch keinen Sinn zu sagen, ich warte jetzt mit meinem Kind oder ich warte als Erwachsener, bis das jetzt bis den Gentherapie so weit ist.
00:26:02: Das wäre ein Trugschluss.
00:26:07: Nichtsdestotrotz wird... Testen alle unsere Patienten oder die meisten unserer Patienten, nicht alle, aber die meisten unserer Patienten, testen wir jetzt auch schon genetisch, um als in diese Richtung auch weiter zu arbeiten und einfach mehr Wissen zu sammeln über diese Patienten.
00:26:25: Ich habe jetzt schon isstlich viel gelernt.
00:26:27: Ich weiß nicht, wie es dir geht.
00:26:28: Mir geht es auch so.
00:26:29: Und was ich jetzt auch gerade wieder verstanden habe ist, warten ist keine gute Idee.
00:26:33: Weder bei Kindern noch im Alter, weil wir wissen, dass die Demenz quasi fortschreitet.
00:26:40: Wenn weniger reingeht, sage ich jetzt einmal ganz so ein Lob und weniger verarbeitet werden muss, dann wird es schwierig.
00:26:49: Ein Kollegin hat zu mir gesagt, Peter, wie ist denn das mit dem Hörverständnis?
00:26:57: weil sie hat den Eindruck, sie versteht schlechter, ja, und sie war beim HNO-Akt, und der hat ein Hörtest gemacht, und er gesagt, na, also sie hört gut, und sie hat dann ihre Symptome geschildert, und er gesagt, na ja, das Sprachverständnis dürfte nachlassen.
00:27:14: Ja, also es gibt natürlich auch Formen von zentralen Hörstörungen, wir nennen das auditorischen Neuropathien, das sind sozusagen Verschaltungsstörungen, ja.
00:27:23: Da kann ich zwar bei den Patienten einen sehr, sehr schönen Hörtest messen, nur versteht das nicht mehr, kann es nicht auflösen.
00:27:30: Das sind Sonderformen.
00:27:31: Und diese Sonderformen sind manchmal auch schwer mit einer Hörprothese zu versorgen, auch mit einem kocheln Implantat.
00:27:37: Die können wir dann zwar gut implantieren, aber die können das Signal dann nicht wirklich gut auflösen.
00:27:42: Aber das sind glücklicherweise nur wenige Patienten, die unter so einer auditorischen Neuro- oder Synaptopathie leiden.
00:27:50: Wichtig ist, Salopp gesagt, nicht hören, macht einsam.
00:27:54: Ich hab mal einen Kollegen gehabt, der gesagt hat, nicht hören, macht dumm.
00:27:59: Das würde ich jetzt nicht so krass formulieren.
00:28:01: Ich glaube, nicht hören macht einsam ist die viel griffigere Formel.
00:28:06: Und ich glaube, wir als Menschen sind ja Wesen, die kommunizieren wollen, die auch in Gemeinschaften leben wollen.
00:28:14: Und dafür musst du einfach ein gutes Gehör haben.
00:28:17: Und wenn du kein gutes Gehör hast, bleibst du allein und das ist natürlich ein Drama, das mit anschauen zu müssen.
00:28:26: Da muss ich wieder zurückkommen, weil Sie zu Beginn gesagt haben, dass Sie das auch empfehlen, wenn man Apps hat mit Hörtests, die man auch schon im Telefon machen kann.
00:28:35: Gibt es eine Empfehlung ab, ab welchen Alter man das regelmäßig machen sollte?
00:28:41: Also was wir wissen ist, und mir wird gerade erschreckend bewusst, dass ich auch in diese Altersgruppe schon reinhöre.
00:28:49: Ja, ab fünfzig sollte man halt mal ein Hörtest machen.
00:28:53: Und es gibt natürlich auch Berufe, ich lerne exponierte Arbeiten.
00:28:59: Da will ich das auch früher machen.
00:29:00: Und einen guten Rat kann man jetzt auch hier deponieren.
00:29:05: Für all diejenigen, die gerne in die Diskothek gehen oder gerne in Räume gehen, wo es sehr sehr laut ist.
00:29:12: Man soll auf sein Gehör aufpassen, weil wir haben leider nur zwei Ohren.
00:29:17: Und wenn man so einen Lernstaden aufgetreten ist, ist es halt relativ schwierig.
00:29:23: Wie soll ich sagen?
00:29:24: Es ist schwierig, dann das wieder rückgängig zu machen.
00:29:27: Und viele Dinge passieren ja unbewusst und man achtet einfach nicht drauf.
00:29:34: Ich habe auch viele Patienten, die Jäger sind, die ja nie einen Gehörschutz getragen haben, schießen.
00:29:39: Und die schlagen dann halt auch irgendwann auf und sagen, so jetzt geht es nicht mehr, ich kann nicht mehr hören.
00:29:44: Und solche Dinge kann man mit präventiven Maßnahmen auch umgehen.
00:29:50: Deswegen auch in der Medizin, auch in der Hörheilkunde.
00:29:53: In der Orthologie spielt Prävention immer noch eine wichtige Rolle.
00:29:56: Und das darf man gar nicht außer Acht lassen.
00:30:00: Also es geht nicht nur um eine... hochqualitative Implantatversorgung, sondern wir versuchen natürlich auch die Menschen in die Richtung zu erziehen, dass sie auch präventiv gut mit ihrem Gehör umgehen und sorgst da mit ihrem Körper umgehen.
00:30:15: Das ist ganz wichtig, das muss man natürlich auch den Menschen mitgeben.
00:30:21: Ich glaube, wir leben ja in einer Zeit, wo vor allem Kopfhörer, lautes Musik, schon ein großes Thema ist.
00:30:28: Und ich befürchte auch, wenn also bei Konzerten, dass die wenigsten einen Schutz für die Ohren tragen, wo wir das ja nochmal was werden, so präventive Maßnahmen zum Beispiel.
00:30:39: Also jetzt gerade bei Konzerten ist natürlich der Lärmschutz... eine Option, ganz klar.
00:30:47: Und wenn man in den Diskothek geht und man steht da vor der Box, ist natürlich auch, man muss einfach darauf achten, wo bewegt man sich, was ist da los?
00:30:55: Dann gibt es natürlich auch Situationen, in denen ein Lärmtrammer aus einem Umfall geschehen heraus passiert, dass irgendein Reifen platzt oder irgendein Unfall.
00:31:03: Da gibt es natürlich viele verschiedene Situationen.
00:31:06: Prinzipiell, früher haben wir auch viele Lärmschäden bei Jugendlichen gesehen mit dem Walkman, alte Technologie.
00:31:13: Heute haben wir meistens von der Firma Apple diese iPods oder Earpods.
00:31:21: Witzigerweise, die sind schon abgeregelt.
00:31:24: Die kann man gar nicht mehr so lautstellen, dass es dauerhaft zu einem Schaden kommt.
00:31:27: Das hat was damit zu tun, dass es da mal in Amerika jemand geklagt hat und hat gesagt, okay, das müssen wir jetzt irgendwie abfangen, das Thema.
00:31:35: Und interessanterweise ist durch das Aufkommen dieser im Ohr zu tragenden Kopfhörer, es kommt zu einer ganz neuen Akzeptanz auch zu bei der Hörgeräteversorgung.
00:31:50: Also man merkt, dass sich der Markt dadurch ändert.
00:31:53: Das war früher ein wesentlich stigmatisierender noch.
00:31:57: Und deswegen hat ja ein Hörgerät auch häufig keine gute Akzeptanz gehabt.
00:32:02: Viele Hörgeräte sind ja verkauft worden, die sind dann irgendwo in der Nachtgastel verschwunden.
00:32:07: Das ändert sich heute doch und ich denke, dass es wichtig ist, auch den Menschen, die jetzt im mittleren Alter sind, um die Fünfzigherum zu sagen, bitte schön, kümmert euch um euer Gehör, schaut euch das an.
00:32:19: Und wenn es dann soweit ist, wird euch der HNU-Arzt oder der Akustiker.
00:32:24: darauf hinweisen, dass eine Höhegeräteversorgung sinnvoll ist.
00:32:28: Und meistens ist es ja so, dass man das mal testweise auch ausprobieren kann.
00:32:32: Und da erzieht man jetzt dadurch auch eigentlich ganz gute Resultate.
00:32:37: Die Gehörgeräte der Akustiker machen einen professionellen Gehörschutz.
00:32:41: Meine Tochter spürt Schlagzeug und ihr das super Schlagzeug lernt.
00:32:45: Hallo, Rafaela, du bist da drauf.
00:32:47: Und die Rafaela hat immer so einen Gehörschutz drinnen, nämlich vom Akustikan angepassten auf ihr Ohr.
00:32:54: Ich glaube, das macht absolut Sinn und du gehst so gerne auf Konzerte, mach was.
00:32:58: Was mich nur interessieren wird, wer Neues-Canceling-Kopfhörer sein.
00:33:00: Ja, gibt schon Studien, was Neues-Canceling betrifft und die Auswirkungen?
00:33:06: Also Studien wären mir jetzt so jetzt nicht geläufig, aber Noise-Canceling ist natürlich die modernste Technologie und klar, das funktioniert super gut.
00:33:14: Ich habe die Dinge auch, wenn ich im Flugzeug sitze, stecke ich mir das rein und dann ist es einfach ruhiger.
00:33:20: Das macht schon Sinn.
00:33:22: Wie weit ist jetzt der Evidenzstudien gibt es?
00:33:25: Aber
00:33:25: es hat jetzt keine negativen Auswirkungen.
00:33:27: Nein, nein, gar
00:33:27: nicht.
00:33:27: Das sind diese Noise-Canceling, die sind keine negativen Auswirkungen, sondern eher positive, weil es stiegel ist.
00:33:35: Im Gegenteil.
00:33:36: Und sie sagten das eben schon, man hat diese auch bei Musikern oder bei Jägern gibt es auch Gehörschutz sozusagen mit Mikrofonien abregulieren und die sozusagen diese Schallspitzen abschneiden und das ist natürlich ein Segen.
00:33:55: Technologie wird ja auch immer besser verfügbar.
00:34:00: Das ist teilweise unglaublich, was man sieht, was sich auch in der Zukunft noch entwickeln wird.
00:34:06: Und ich habe da so ein bisschen auch die Glaskugel bei mir in der Tasche.
00:34:12: Da kommt noch einiges auf uns zu, was das Leben dann auch noch besser und spannender machen wird.
00:34:18: Die Technologie, die jetzt wahrscheinlich in ein, zwei Jahren auch auf uns zukommen wird, sind die voll implantierbaren Kochleimplantate.
00:34:28: Da gibt es die ersten Studien schon an mehreren Patientengruppen.
00:34:32: Die große Frage wird sein, wie wird das Ganze dann finanziert?
00:34:37: Wer trägt die Kosten dafür?
00:34:39: Und das ist natürlich eine neue Technologie.
00:34:41: Und jeder Technologiesprung in der Medizin, da gibt es verschiedene Felder in der Medizin, geht halt mit einer ... Kostensteigerungen einher.
00:34:50: Und ich sehe das durchaus auch mit einem wenig Sorge, weil, wenn man sich jetzt so dieses Thema anschaut, wie auch das Gesundheitswesen finanziert wird, man hat dann immer eine gewisse Finanzierung, eine gewisse Verzögerung, mit der man umgehen muss.
00:35:08: Und das ist nicht immer einfach, den Patienten das auch klar zu machen.
00:35:12: Wir könnten schon, aber... Es muss auch jemand da sein, der das Geld in die Hand nimmt und das Ganze finanziert.
00:35:22: Ich habe jetzt nur eine Zuhörerin infrage, nämlich, die anscheinend als Herr für Menschen betrifft und das ist der Tinnitus.
00:35:34: Kann dieser Personengruppe am Tinnitus Betroffenen geholfen werden?
00:35:41: Ja, ein.
00:35:41: Er
00:35:41: kriegt sein Zeitfenster oder was ist, wenn ich merke, diesen Ton im Ohr, wann soll ich was tun?
00:35:48: Ja, ja.
00:35:49: Und
00:35:50: vielleicht erklären wir
00:35:51: nur,
00:35:52: was ist ein Teenie-Dusern eigentlich?
00:35:53: Ja, gerne.
00:35:54: Weil ich glaube, viele wissen können das gar nicht beenden.
00:35:57: Teenie-Dusern ist ein Ohrgeräusch, ja.
00:36:00: Dass meistens subjektiv empfunden wird, gar nicht objektiv, wie er in Anfangszeichen nachweisbar ist.
00:36:08: Und ich sage immer, häufig ist der Tinnitus der Phantomschmerz des Ohres.
00:36:14: Der Mensch will hören.
00:36:14: Und wenn die Hörleistung auch abnimmt durch pathologische Prozesse im Bereich des Inno-Ohres oder einer zentralen Hörbahn, kann es zu seinem Ohr rauschen kommen, zu seinem Pfeifen im Ohr.
00:36:28: Und das kann sehr, sehr lästig sein.
00:36:30: Und es gibt leider keine Tablette dagegen.
00:36:32: Also ich kann nichts anbieten, dass ich sagen kann, hier, bitte schön.
00:36:36: Ich schalte das ab.
00:36:38: Es gibt Menschen, die leiden sehr, sehr stark unter Tinnitus und haben trotzdem noch ein gutes Gehör.
00:36:46: Das ist eigentlich die größte Falle, weil wenn du ein gutes Gehör hast und Tinnitus hast, ist man sozusagen wirklich in der Mauserfalle gefangen.
00:36:54: Für die Menschen, die taub sind und Tinnitus entwickeln und das sind auch nicht wenige, kann man dann eben auch die Taubheit behandeln mit dem Kochler Implantat.
00:37:03: Und wir wissen, dass durch die elektrische Stimulation des Hörnerven dann dieses Tinnitus-Phänomen unterdrückt wird.
00:37:12: Das ist heute ja auch mehr oder weniger eine Standardversorgung.
00:37:16: Wobei wir keine Patienten versorgen, die nur ein Tinnitus haben, die werden also nichts mit einem Kochlerimplantat versorgt.
00:37:24: Also das ist nicht die Hauptindikation.
00:37:26: Also man setzt ein Kochlerimplantat, um die Hörstörung zu behandeln.
00:37:31: Aber was wir wissen, als sozusagen als flankierende Phänomen.
00:37:36: Wir wissen, dass auch bei diesen Patienten der Tinnitus dann gemildert wird und die Symptomatik wird besser.
00:37:44: Die Millionen, die in Tinnitus haben mit einem guten Gehör, die kann man trotzdem jetzt, wie gesagt, da kann man nicht viel machen derzeit.
00:37:52: Es gibt verschiedene Therapieversuche auch mit Hyperbarasauerstofftherapie, mit ... einer sogenannten Yontoforese, dass man so ein bisschen elektrische Strom auf das Trommelfell bringt.
00:38:09: Ich halte von diesen Therapieverfahren relativ wenig.
00:38:11: Ich sage das ganz ehrlich.
00:38:14: Und häufig ist es wichtig, den Patienten einfach nur zu erklären, dass das Tinnitus zwar ein Phänomen da ist.
00:38:21: dass man es aber versuchen kann, auch ein bisschen zu unterdrücken.
00:38:25: Und manchmal ist dann auch die möglicherweise eine Hörgeräteversorgung, die sozusagen einen Ton noch mit einspielt, um dieses Tinnitus-Phänomen zu überlagern, auch eine Option.
00:38:40: Es ist nach wie vor auch für den Heinoatz unbefriedigend manchmal Tinnitus-Patienten zu behandeln, weil sehr häufig haben wir halt wirklich keine richtige Handhabe, um das Problem zu lösen.
00:38:54: Kerstin, mein letztes Thema auf meiner Liste wäre der Hörsturz.
00:38:59: Ich werde munter und hör plötzlich schlechter.
00:39:01: Aber
00:39:02: ich habe noch ganz kurz eine Frage.
00:39:03: Ich habe auch, wie ich hergekommen bin zu dem Podcast von der Station eine Frage mitbekommen.
00:39:08: Nämlich von einer Mutter.
00:39:12: Wann reicht das klassische Hörgerät aus und wann braucht sein Implantat?
00:39:16: Das war ihre Frage.
00:39:20: Das ist eine gute Frage.
00:39:23: Das ... jetzt grad bei Kindern, wenn ich sehe, dass das Kind mit der klassischen Hörgeräteversorgung, wir testen ja die Hörschwelle, ja, wenn man merkt, dass das Kind in die Sprache reinkommt und dass das Kind auch die Hörgeräte akzeptiert und anfängt zu sprechen, dann ist die Hörgeräteversorgung noch ausreichend.
00:39:42: Wir wissen ungefähr die Hörschwelle, bis wann das geht.
00:39:44: Das sind so ... fünfundfünfzig, sechzig DB.
00:39:48: Ja.
00:39:53: Deswegen machen wir bei diesen Kindern, die auch ... auffällig geworden sind, immer mal ein Hörgerätetrageversuch.
00:39:57: Wenn man merkt, das Kind entwickelt sich adäquat und fängt an, ein Wörter zu sprechen und zwei Wortsatze zu bilden, dann weiß man, okay, man ist auf einem guten Weg.
00:40:09: Und das muss man halt dann ein bisschen monetieren.
00:40:11: Und wenn man aber merkt, dass das Kind älter wird und es im grammatikalischen Wortsatz nicht weiterkommt und die Sprachentwicklung verzögert sich, dann muss man natürlich ganz genau hinschauen, dann eben noch mal eine objektive Hörprüfung durchführen.
00:40:26: Die Mütter haben meistens schon einen, wie soll ich sagen, ganz guten Instinkt, dass da diesejenige Kind redet nicht gut.
00:40:33: Das spricht undeutlich, aber die Wörter sind verwaschen.
00:40:39: Der Mensch, der schlecht hört, der hat ja auch keine Kontrolle über die eigene Stimme, der spricht sehr, sehr laut.
00:40:44: Das ist übrigens auch ein Symptom, das man gerade bei Eltern hat, die fangen dann an, sehr laut zu reden.
00:40:49: Sagt dann die Partnerin, schrei doch nicht zu und sagt, ich schrei gar nicht.
00:40:53: In ganz kuriosen Situationen.
00:40:56: Also da muss man halt dann auch drauf achten.
00:40:58: Das ist so ein kleines Hausrezept.
00:41:03: Jetzt können wir zum Hörsturz weitergehen.
00:41:05: Danke.
00:41:07: Ja, Hörsturz.
00:41:08: Hörsturz war früher ein medizinischer Notfall und ist dann behandelt worden mit einer stationellen Aufnahme bei Cortisontherapie.
00:41:19: Hörsturz ist eigentlich so etwas wie eine Ausschlussdiagnose.
00:41:22: Es ist ein Funktionsverlust der Hörzelle im Indoor, der dazu führt, dass eben die Hörwahrnehmung gestört ist.
00:41:29: Prinzipiell hat der Hörsturz, wenn er akut auftritt, und per Definition ist es ein akutgestehen, eine gute Prognose.
00:41:39: Und es gibt Länder vor allem in Nordeuropa.
00:41:44: Da kriegen sie gar keine Therapie.
00:41:46: Die sagen, du sagst, okay, sie haben Hörsturz, gehen sie da Hause und das ist in zwei Wochen wieder gut oder ist nicht gut, dann müssen wir etwas anderes machen.
00:41:53: Ganz banal gesprochen.
00:41:55: Im deutschsprachigen Raum hat man lange Zeit Cortisontherapie verabreicht.
00:42:00: Die dosiert man jetzt auch immer niedriger.
00:42:05: Ich persönlich, wenn man mich fragt, was würdest du machen, ich würde mir auch wahrscheinlich eine Cortisontherapie gehen.
00:42:10: Wahrscheinlich in oraler Form, in tabletten Form.
00:42:15: Man sollte das versuchen zu behandeln aus psychologischen Gründen.
00:42:17: Ich sag's mal so.
00:42:21: Und man muss natürlich diese Patienten dann im Auge haben, weil ... ... achtzig Prozent der Hersteller ... ... heilen folgenlos ab.
00:42:29: Auch spontan, es gibt eine hohe spontanen Remissionsrate.
00:42:32: Aber es gibt halt welche, die bleiben, dann bleibt was zurück.
00:42:35: Und da muss man dann genauer hinschauen.
00:42:37: Und die muss man dann eben auch, wenn andere Symptome auftreten sollten, ... ... eine Schwindel auftritt oder ein Ohrgeräusch dazukommt.
00:42:44: Die sollte man da auch einem MR zuführen und abklären, ob da eine zentralen Hörbar nicht irgendwas stattfindet.
00:42:51: Ich hab mal ganz selten einen Fall gehabt.
00:42:54: Das war eine junge Patientin, die hat, das war das erste Symptom meiner beginnenden MS, ja, eine Multiplanz-Chose.
00:43:02: Es gibt ja ganz kuriosen Dinge auch, ja.
00:43:05: Aber deswegen schickt mir nicht jetzt jeden Patient mit einem Hörsturz gleich zum MR.
00:43:08: Das wäre dann auch überzogen, ich sag's mal so.
00:43:12: Hörst uns selbst, kann sehr unangenehm sein.
00:43:15: Und ja, man sollte halt den Facharzt aufsuchen, der einen dann beraten wird und auch adäquat behandeln wird.
00:43:26: Wahnsinn.
00:43:26: Kerstin.
00:43:27: Ja, heute müsste ich so viel zusammenfassen, weil ich habe so viel
00:43:31: gelernt.
00:43:33: Ich weiß nicht, wie es dir geht.
00:43:34: Top drei.
00:43:35: Naja.
00:43:36: Eigentlich, dass man Apps als Hörtest verwenden kann.
00:43:38: Ja, das ist deine typische Generation.
00:43:42: Aber so,
00:43:43: ähm ...
00:43:43: war's super.
00:43:44: Ja,
00:43:44: ja, ja.
00:43:45: Ich glaube, mit Apps gut da.
00:43:47: In Amerika heißt das Programm Know Your Hearing Number.
00:43:50: Also, es gibt so eine Hörnummer, die kann man, die kriegt man dann.
00:43:54: weiß man halt, wie höre ich.
00:43:55: Ja, höre ich gut, höre ich weniger gut.
00:43:57: Und ich habe jetzt auch so ein Produkt aus dem Hause, keine Schleichwerbung.
00:44:02: Äppel, ja, ich habe auch so ein iPhone.
00:44:04: Und ich glaube, da gibt es auch irgendwo einen Hörtest, den man selbst schon durchführen kann.
00:44:08: Und so kann man sich die Sache nähern.
00:44:11: Und dann hat man mal die Schwelle überwunden.
00:44:13: Viele Leute haben ja Angst, zum Arzt zu gehen oder zum Akustiker zu gehen.
00:44:16: Aber ich sage immer, das ist wichtig, weil dann weiß man, was los ist.
00:44:21: Und das erspart einem viel Müse nachher.
00:44:23: Ich finde auch, ich finde, das ist für die Prävention einfach easy.
00:44:26: Und wir können da eine Zielgruppe erreichen, für die ist das Handy einfach das Wichtigste.
00:44:31: Und das finde ich wirklich top.
00:44:33: drei, hast du gesagt.
00:44:35: Ja, dass Hörvermögen immer was damit zu tun hat, dass man muss immer bedenken Kommunikation und das soziale Umfeld und dass das Hörvermögen auch ein Einfluss darauf hat, dass jemand dann zum Beispiel sich sozial isoliert und dass man dem einfach einen Fokus schenkt.
00:44:49: Genau.
00:44:50: Und dann ganz viel, dass es ganz viele innovative Verfahren gibt, die noch auf uns zukommen, wenn ich jetzt Gentherapie, Denk oder Robotik.
00:44:55: Ja, aber das klingt ja gut.
00:44:56: Genau, genau.
00:44:58: Wahnsinn.
00:45:00: Haben wir was nicht angesprochen, wo Sie sagen, das gehört in die Welt?
00:45:03: Also, was in die Welt gehört ist, hören macht Spaß und es erleichtert die Kommunikation.
00:45:09: Und das sollte man sich, glaube ich, auch verinnerlichen.
00:45:14: Wir müssen einander zuhören, um die Probleme zu lösen.
00:45:17: Ja, und das ist eigentlich so das, was ich beim Zuhören mit auf den Weg geben möchte.
00:45:25: Redet miteinander, hört miteinander zu und dann können wir auch die Welt besser machen.
00:45:30: Total schön, dass Sie da sein wollen.
00:45:32: Herzlichen Dank.
00:45:34: Herzlichen Dank, ja.
00:45:35: Ich
00:45:36: danke auch fürs Gespräch.