#62 ADHS verstehen lernen

Shownotes

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung. In unserer Folge #62 widmen wir uns einem Thema, das viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene trifft - und das häufig Fragen aufwirft.

Für unsere Episode begrüßen Kerstin und Peter Prim. Clin. Assoc. Prof. PD DDr. Gernot Fugger, MBA, Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum St. Pölten. Gemeinsam sprechen sie über erste Verdachtsmomente und typische Symptome. Außerdem geht es um den Ablauf einer fundierten Diagnose, ADHS im Erwachsenenalter und geschlechtsspezifische Unterschiede.

Eine Folge, die Klarheit schaffen möchte, Verständnis fördert und zeigt, warum ein genauer Blick so wichtig ist.

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00:00:00: Ja, ADHS kann sich ändern.

00:00:02: Die Symptome können sich ändern.

00:00:04: was wir sicher wissen ist dass die Hyperaktivität dieses Zappelige nicht ruhig sitzen können da mit den Beinen wippen oder irgendwas in der Hand haben müssen sich motorisch irgendwie bewegen.

00:00:17: das wird häufig mit zunehmenden Alter weniger.

00:00:30: Das Sprechzimmer G-Eins Punkt drei Sie hören den Podcast aus dem Universitätsklinikum St.-Polten Mit Kerstin Sommer und Peter Redl-Lenk.

00:00:39: Kerstin!

00:00:41: Wir haben heute ein Thema, das wir dir zu verdanken haben.

00:00:45: Nicht weil du betroffen bist sondern weil du in letzter Zeit wie du gesagt hast sehr oft damit konfrontiert bist oder du sehr oft darüber hörst und liest.

00:00:57: was ist denn heute unser Thema?

00:01:00: Unser Thema heute ist ADHS und du hast recht.

00:01:03: Man stolpert, finde ich vor allem auf Social Media sehr oft darüber und ich weiß nicht ob du genau weißt was ADHS bedeutet und ich glaube deswegen haben wir uns einen Experten eingeladen.

00:01:15: Wir haben heute wieder einen wunderbaren Gast und danke, dass du da die Rutsche gelegt hast.

00:01:20: Unsere Zuhörerinnen und Zuhöre kennen ihn schon von der Folge thirty-two psychisch stärken ein Thema für alle.

00:01:28: Februar zwanzig fünfundzwanzig ausgestrahlt.

00:01:31: Unser Gast heute ist Primarius Kinnichl, SOZ Professor BD Doktor Doktor Gernot Fucker MBE.

00:01:39: Hallo Gernat!

00:01:40: Schön, dass Du bei uns bist das Du wieder Zeit gefunden hast.

00:01:43: Schönen guten Morgen.

00:01:44: Ich freue mich total, wieder da zu sein nach einem Jahr.

00:01:46: Zu einem wirklich spannenden Thema nämlich ADHS.

00:01:49: und ich würde gleich mal damit beginnen dass du als Experte und sagst was bedeutet denn die Abkürzung eigentlich?

00:01:58: Ja ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung.

00:02:05: das klingt ein bisschen sperrig umfasst aber eigentlich schon die wesentlichen Symptome dem man halt Nämlich die Trias, der Aufmerksamkeitsstörung.

00:02:18: Dann hat man eine Hyperaktivität und eine Impulsivität kommt noch dazu, die ich sozusagen in der Diagnose bezeichnung nicht enthalten.

00:02:28: Weil du sagst in derdiagnose das heißt es gibt vermutlich ein Diagnostik dahinter wenn wir über Diagnosis sprechen da Da würde mich interessieren und da komme ich jetzt gerade etwas ganz Spezielles.

00:02:45: Und auch das haben wir der Kerstin zu verdanken, Kersti, was hast du angelegt?

00:02:49: Was hast Du

00:02:50: initiiert?".

00:02:51: Das haben wir bei Podcasts zu Frauenzyklus und Minupause auch schon gemacht, dass wir Zuschauerfragen zu den bevorstehenden Podcast quasi gefragt haben.

00:03:01: Ich glaube die erste Frage hast Du da schon in Petto.

00:03:05: Und zwar, wie läuft eine ADHS Diagnostik überhaupt ab?

00:03:09: Beziehungsweise was beinhaltet das.

00:03:12: Okay, eine total wichtige Frage.

00:03:15: Grundsätzlich ist es so dass ADHS genauso wie andere psychische Erkrankungen, Depressionen, Schizophrenie eine klinische Diagnose ist.

00:03:24: Das heißt man geht zu einem Facharzt für Psychiatrie der macht klinischen Untersuchungen und klinischer Exploration.

00:03:34: Da redet man über Symptome, eben über die Symptomene Unaufmerksamkeit der Hyperaktivität.

00:03:40: Der Impulsivität.

00:03:42: aber ganz wichtig ist auch diese Symptomen zu differenzieren von anderen psychischen Erkrankungen.

00:03:47: ja weil man hat Überlappungen und es gibt doch auch viele Unterschiede zur anderen psychische Erkankung und da ist es wichtig dass man sozusagen da eine Differenzierung macht.

00:04:00: das ist das Eine.

00:04:02: Dann muss man körperliche Ursachen immer ausschließen.

00:04:06: Das bedeutet, nach der körperlichen Untersuchung oder nach der Labor-Untersuchung – ich bringe als Beispiel da ganz gern die schittrösen Funktionsstörungen zum Beispiel.

00:04:16: Also da gibt es ja die Überfunktionen und die Hypertyriose und die Unterfunktion und die Hypothyriose.

00:04:21: Und Leute, die zum Beispiel eine Unterfunksion haben können depressive Symptome haben, sie können Konzentrationsstörerungen haben.

00:04:31: Leute, die eine Überfunktion haben können es hebelig sein und unruhig sein.

00:04:36: Also nur als Beispiel warum es wichtig ist dass man körperliche Ursachen sozusagen abklärt und ausschließt bevor man eine psychische psychiatrische Diagnose stellt.

00:04:50: Manchmal kann es notwendig sein das man noch zusätzliche Untersuchungen macht.

00:04:56: Manchmal ist es auch sinnvoll, gerade bei ADHS.

00:04:59: Das ist ja eine Erkrankung die im Kindesalter beginnt und oft ist es so dass die Diagnose im Kindeshalter gestellt wird.

00:05:08: Manchmal dieses aber so das die im kindesalter nicht gestellt wird Die Diagnosenleut kommen erst später immer wachsenen Alter Und da kann es Sinn machen, dass man mit primären Bezugspersonen, mit Eltern spricht zum Beispiel und fragt, na wie waren das als Kind?

00:05:22: War die Unruhe oder die Zappelligkeit vielleicht schon da.

00:05:26: Wie waren die schulischen Leistungen also... Das ist für die Diagnosestellung ganz wichtig!

00:05:32: Dann gibt es noch die Möglichkeit von klinisch-psychologischen Tests.

00:05:39: Es ist mir total wichtig zu sagen, dass klinische psychologische Tests

00:05:45: Das

00:05:45: sind oft Testbatterien, die laufen bei klinischen Psychologinnen und Psychologen können extrem wertvolle und wichtige Zusatzbefunde sein.

00:05:57: Aber die Diagnose stellen oder die Dignose ausschließen kann man damit nicht wirklich.

00:06:04: Man muss wissen dass bei ADHS auch kognitive Funktionen beeinträchtigt sein können.

00:06:10: das sind zum Beispiel die Exekutivfunktionen.

00:06:16: werden Planen, logisches Denken zum Beispiel abstraktes Denken, dann Gedächtnis kann beeinträchtigt sein.

00:06:27: Auch die Aufmerksamkeit kann beeindruckt sein oder die Vigilanzen, die Wachheit und da sind Dinge, die man mit Tests auch mit computerbasierten, computergestützten Tests differenzieren kann und das kann total wertvoll sein.

00:06:38: aber sie nehmen zusatzbefunde ja für die Diagnose-Stellung an und für sich nicht hundertprozentig und nicht immer notwendig sind, sondern ADH ist eine klinische Diagnos.

00:06:52: Ihr wisst es gibt verschiedene Klassifikationssysteme.

00:06:55: wir haben das ICD-X, immer noch das ICdL wird bald kommen.

00:07:01: da steht genau auf... geschrieben.

00:07:03: wie viele Symptome brauche ich von der Unaufmerksamkeit, von der Impulsivität und von der Hyperaktivität.

00:07:09: Wann müssen diese Symptomen da gewesen sein?

00:07:11: Das ICD-X sagt noch vor dem siebten Lebensjahr das ICD Elf sagt vor dem zwölften Lebensjahre Und dann ist es ganz wichtig muss es auch zu einer Beeinträchtigung kommen ja und dieser beeinträachtigung soll entsprechend dieser Diagnose Systeme zumindest zwei Lebensbereiche betreffen.

00:07:34: Das kann die Schule sein, das kann die Arbeit sein, soziale Beziehungen.

00:07:45: Das ist ganz wichtig.

00:07:46: also ohne Beeinträchtigung keine Erkrankung.

00:07:49: ich glaube das ist

00:07:51: auch

00:07:51: ein wichtiger Message.

00:07:54: Also was ich jetzt rausgehört habe ist es eben einerseits wichtig gibt's eine beeinträgtigung im Alltag Und dann andererseits, dass man dann wirklich gezielt die Diagnose versucht zu bekommen bei einem dir gelassenen Facharzt oder sonstiges.

00:08:10: Der Grund warum ich dieses Thema aufgreifen wollte ist finde ich – Auf Social Media sieht man jetzt recht oft Reels und auch Beiträge mit Personen, die von sich sagen ADHS ist diagnostiziert und dann kommen so Online-Selbsttests im Spiel, die natürlich Ich finde die total schwierig, weil da kann es sehr schnell rauskommen.

00:08:30: Ja sie haben ADHS.

00:08:32: das heißt was würdest du dir also daran raten dass man schon gezielt zu Experten geht und dort eigentlich eine Diagnostik macht?

00:08:41: Genau so ein Online-Selbsttest.

00:08:44: oder können paper based sein also oder einfach online Sie ist egal.

00:08:50: die können schon wichtige Hilfsbefunde liefern ja einen Psychiater für Psychiatrin so erste Hinweise liefern und können, wenn man so ein Befund vor sich hat.

00:09:02: Und man sieht okay der Patient gibt diese Symptome von sich an und dann hat man das strukturiert.

00:09:08: es kann schon eine Hilfsbefund sein aber für die Diagnose Stellung wiederum ist das zähnig weil es einfach Symptomen gibt die durch andere Erkrankungen auch ausgelöst werden können.

00:09:20: Ich möchte an der Stelle sagen dass ADHS oder bei ADHS auch häufig ein Symptom dabei ist, das nennt sich emotionale Tysregulation.

00:09:32: Da geht es

00:09:35: um

00:09:36: Stimmungschwankungen, da geht's um Reizbarkeit und um Irritabilität – und das hat man eben nicht nur bei ADS, sondern zum Beispiel auch bei der Emotionalinstabilien-Persönlichkeitsstörung.

00:09:49: Schlafstörungen sind bei ADHS häufig.

00:09:53: die Leute berichten, sie können nicht einschlafen weil das Gehirn nicht abschaltet.

00:09:59: Das ist wie ein Karussell, dass sich ständig weiterdreht und das macht es einfach schwierig dann zur Ruhe zu kommen, einzuschlaufen.

00:10:06: aber Schlafstörungen hat man auch bei Depressionen zum Beispiel.

00:10:10: ja also und da kann's passieren wenn man einen Selbsttest macht und diese Differenzierung nicht hat und eben den Experten nicht hat er drauf schaut, dass man da einfach zu viel Diagnosen kommt was, glaube ich auch wichtig ist und da muss ich vielleicht ein bisschen ausholen.

00:10:27: Wir gehen davon aus dass Erkrankungen sind, egal ob es körperliche oder psychische Erkankungen sind in dem biopsozialen Modell erklärt werden.

00:10:35: das heißt man hat biologische Faktoren sie sind eine genetische Verletzlichkeit der Wunderabilität die bei ADHS relativ hoch also da gibt's viele Zwillingsstudien die zeigen bei seventy-fünf Prozent liegt.

00:10:52: Und das werden ADHS Betroffene bestätigen, dass häufig Eltern auch betroffen sind oder Geschwister auch betrofen sind.

00:11:02: Also da gibt es eine familiäre Häufung.

00:11:03: Das ist doch etwas was wir in der Exploration fragen.

00:11:08: und dann gibt's natürlich Umweltfaktoren.

00:11:10: Diese Umweltfakten können ganz verschieden sein.

00:11:15: Es gibt Umweltf Aktoren die sind vor der Geburt schlagen.

00:11:21: z.B.,

00:11:22: dass ein höheres väterliches Alter oder wenn die Mutter raucht in der Schwangerschaft, dann gibt es Umweltfaktoren während der Geburt, der Frühgeburtlichkeit oder Sauerstoffemangel bei der Gebur.

00:11:36: Und dann gibt's noch weitere Umweltfakten im Laufe des Lebens.

00:11:39: Es gibt eine total interessante Studie in Neuseeland und aus Neuseeland, die haben gefunden das die grün Exposition Also Leben in ländlicher Umgebung, ab dem zweiten Lebensjahr mit einer verringerten ALHS-Diagnose assoziiert ist.

00:11:58: Und da könnte man noch sehr lang sprechen – also der socioökonomische Hintergrund kann eine Rolle spielen und so weiter und so fort.

00:12:07: Da gibt es ganz viele Faktoren die hier tragend werden können.

00:12:13: Und ganz viele kennen wir noch gar nicht, ja?

00:12:15: Also man muss sagen es gibt Hypothesen wie und warum ADHS entsteht aber ganz vieles noch nicht erforscht.

00:12:23: was wir wissen ist dass diese genetischen Faktoren und die Umweltfaktoren zusammenspielen und dann entsteht ein Spektrum.

00:12:31: Ja und es ist davon auszugehen das wir alle doch das eine oder andere adhs Symptom haben.

00:12:40: Bei manchen Leuten sind diese Symptome stärker ausgeprägt und bei manchen Leute sind sie so stark ausgepräght, dass es dann zu einer Beeinträchtigung kommt.

00:12:48: Und ich glaube was ganz wichtig ist eine Verantwortung voller Umgang mit der Diagnose und auch mit der Therapie.

00:13:03: Jetzt

00:13:06: haben wir schon ganz viel drin.

00:13:09: Und ich finde es unglaublich spannend, das hört sich total komplex an.

00:13:14: Was ich jetzt noch eingehen möchte ist die Kerstin hat gesagt sie hat's jetzt gehäuft am Bildschirm also du schaust für in der Hände anscheinend und Social Media spielt eine große Rolle bei dir.

00:13:28: aber ich denke mal du bist die Generation des Bastos so.

00:13:32: Ich würde trotzdem gerne noch gern wissen.

00:13:36: dritt die Diagnose In den letzten Jahren gehäuft auf, weil ich kann mir erinnern, dass ihr vor dem Radiosendung gehört, wo es um die Medikation gegangen ist.

00:13:48: Du hast zweimal vom Herum zusammen.

00:13:52: gesprochen, wo mir sofort der Zappel Philipp das Kinderbuch quasi in den Kopf gekommen ist.

00:13:59: Also ist es eine Diagnose?

00:14:02: Also haben wir das jetzt gehäuft weil es gerade gerne diagnostiziert wird.

00:14:05: oder nehmen die Fallzahlen zu?

00:14:07: hat man den Fokus jetzt drauf?

00:14:10: wie hat sich das verändert in den letzten Jahren?

00:14:12: also zum Thema Modediagnose da erzähle ich immer ganz gern dass ADHS Symptome, also nicht die Diagnose selber.

00:14:22: Aber ADHS-Symptome sind in Medizinböchern schon so im siebzehnten Jahrhundert beschrieben worden.

00:14:28: Das ist auch etwas was nicht zu viele Leute wissen.

00:14:31: Da hat es natürlich nicht ADHS gehalten aber der Symptom komplexes beschrieben waren und worauf du jetzt angespielt hast Heinrich Hofmann ja da war übrigens Psychiater Den Zappelfillip oder den Hansguck in die Luft.

00:14:45: Das sind klassische Arthesymptome, die er dort zeichnet.

00:14:52: und ja also das hat es immer schon gegeben.

00:14:56: Es gibt ja die Neuridiversitätshypothese, die davon ausgeht dass das eben keine Erkrankung ist sondern dass das eine Ausprägung ist menschlichen Verhaltens.

00:15:09: die Anthropologie ein bisschen gestützt, weil es hat wahrscheinlich Sinn gemacht im Laufe der Evolution.

00:15:15: Dass es gewisse Leute gibt, die impulsiver sind in Gefahrensituationen, die sich von anderen etwas unterscheiden, indem sie aktiver sind und mehr Energie haben, weil das hat evolutionären Vorteil wahrscheinlich gebracht.

00:15:34: Das hat Sie immer schon gegeben?

00:15:35: Es

00:15:35: ist jetzt kein Modediagnose.

00:15:39: Es ist jetzt mehr Awareness Day, glaube ich.

00:15:41: Das ist sicherlich so wie die Kerstin sagt, Social Media geschuldet.

00:15:44: Ja es ist in aller Munde... Man wird in Social Media Kanälen oft überschwemmt.

00:15:51: Es gibt sehr viele Expertinnen und Experten, teilweise auch selbsteinander, Expertinnen oder Experten ... Und das ist schon gefährlich.

00:15:59: ja weil wie ich vorhin gesagt habe wir alle wahrscheinlich gewisse ADHS-Symptome haben.

00:16:04: also ich denke da ein typischer Symptom wäre die Prokrastination.

00:16:07: Das heißt ich schiebe Dinge auf, die ich nicht gerne mache.

00:16:11: Also wer tut es nicht?

00:16:15: Da bin ich meist.

00:16:17: Und

00:16:18: wenn man da so simuläre Symptome einfach rausnimmt, dann kann ich mir vorstellen dass das man in Selbsttest schon mal scoret.

00:16:29: und darum differenziert und verantwortungsvoll soll der Umgang mit Diagnose oder Therapie sein.

00:16:38: Und die Diagnostik beim Facharzt für Psychiatrie?

00:16:42: Eine Zuhörerinnenfrage bezahlt die Krankenkasse, die Diagnostik wird hergestellt?

00:16:50: Ja.

00:16:50: Ich habe gesagt, dass die klinisch-psychologische Diagnastik, die da gemeint ist, die ist meiner Ansicht nach KAMUS.

00:16:57: Ja ich weiß das, dass sie sehr oft gemacht wird.

00:17:03: Ist meines dann nicht notwendig.

00:17:06: Wenn man es wirklich machen muss gibt's auch Kassenpsychologe und Kassenpsychiologen.

00:17:11: Da braucht zur Zuweisung von einem Facharzt Und dann kann man sozusagen eine differenziertere klinisch-psychologische Diagnostik machen.

00:17:20: Es wird fallweise bezahlt, der Facharzt für Psychiatrie, da gibt es Kassenpsychiater und da gibt's Wahlärzte.

00:17:29: Was man schon sagen muss die ADHS-Diagnose ist keine Diagnose, die man innerhalb von fünf bis zehn Minuten jetzt beim Kassenarzt so leicht stellt.

00:17:41: also das muss ich schon sagen weil So wie ich es vorher erklärt habe, da braucht man Zeit.

00:17:45: Da muss man vielleicht auch Bezugspersonen mit einbeziehen.

00:17:48: Also das ist... Da braucht man schon ein bisschen länger.

00:17:54: Das ist sozusagen in diesem Straffensetting von die Kassenärzte oft haben, die ja volles Wartezimmer haben und wirklich alle zehn Minuten an neuen Patienten eingeteilt haben.

00:18:04: Da muss man, glaube ich, seine Erwartungen auch ein bisschen zurückschrauben.

00:18:07: Dass wenn man sagt, ich möchte da die Diagnose kriegen, dann braucht es einfach mehr Zeit.

00:18:11: Ja das ist ja Systemproblem sagen wir mal.

00:18:14: aber grundsätzlich genug, wenn man zum Facharzt für Psychiatrie zur Fachärztin, zur Psychiaterin geht.

00:18:26: Ich muss jetzt etwas aufgreifen was du schon relativ ein bissel zurück genannt hast und zwar dass sich ADHS auch im Alter verändern kann.

00:18:34: und das deckt sich auch mit einer Zuschauerfrage, die lautet.

00:18:37: Wie verändert sich ADHS immer wachsenenalte im Unterschied zum kindlichen Alter?

00:18:43: Ist ja total gute Frage!

00:18:44: Ja, ADHS kann sich ändern – die Symptome können sich ändern.

00:18:48: Was wir sicher wissen ist dass die Hyperaktivität dieses Zappelige nicht ruhig sitzen können, da mit den Beinen wippen oder irgendwas in der Hand haben müssen sich motorisch irgendwie bewegen.

00:19:01: Das wird häufig mit zunehmendem Alter weniger aber die Leute haben trotzdem eine Unruhe und das häufig auch innere Unruhen.

00:19:13: es ist

00:19:14: laut beschreiben dass wir einen inneren Motor ja nicht zur Ruhe kommen können nicht entspannen können und das muss nicht motorisch sein.

00:19:22: Und auch das ist wichtig für die Diagnose.

00:19:25: Die Diagnosestellung, weil man hat früher gesagt, ADHS, wenn das im Kindesalter nicht diagnostiziert worden ist dann geht es nimmer, dass man sich immer wachsender Alter diagnostiziert, denn das muss ja da gewesen sein und da ist man heute ein bisschen anderer Meinung.

00:19:42: Es gibt Leute, die haben sie im Kindeshalter diagnostiziert bekommen.

00:19:47: Da persistiert das ins Erwachsenenalter.

00:19:51: Die Persistenz, also dass die Symptome bleiben sind so vierzig bis sechzig Prozent.

00:19:57: Ja?

00:19:58: Also bei manchen vergehen die Symdome auch, sagen wir mal so salopp oder werden weniger sinner beeinträchtigend und bei mannen Personen bleibt die Symtomatik.

00:20:09: aber diese Hyperaktivität weicht oft wird oft besser und geht dann in Richtung einer inneren Unruhe.

00:20:18: Es gibt aber auch Leute, die haben die Diagnose in der Kindheit nicht bekommen und da möchte ich nur einmal auf dieses Modell das ich vorher erklärt habe zurückführen.

00:20:27: Auf diese Umweltfaktoren.

00:20:28: Umweltfakten können ein Protektiv sein wenn man jetzt eine strukturierte Umgebung hat, weil wir Eltern haben, die auf einen Schauen.

00:20:35: Die schauen dass man die Hauseungen macht zum Beispiel oder die einen auf sonstige Art und Weise strukturieren.

00:20:43: Wenn man viel Sport macht als Kind Bewegungsdrang ausleben kann.

00:20:49: Dann kann das sein, dass einfach die Beeinträchtigung nicht so da ist, als wenn man es ausleben könnte.

00:20:52: und dann ist man fertig mit der Schule und zieht aus beginnt zu studieren.

00:20:57: auf der Uni ist in der Regel weniger strukturiert andere Anforderungen hat auch immer genug Zeit Sport zu machen zum Beispiel Und plötzlich sind die Symptome da oder stärker da oder in einer Art und Weise da was beeinträglichen sind.

00:21:11: Das ist meiner Ansicht nach die Erklärung warum die Symptome zu einem Zeitpunkt im Leben erfüllt sein können und zum anderen halt nicht, weil die Umweltfaktoren andere sein können.

00:21:25: Also diese Bio-Psychosozialen Faktoren, also die biologischen Faktoren, die genetische Vulnerabilität bleibt ja gleich, die bleiben ein ganzes Leben aber die psychologischen und die sozialen Fektoren können sich unterscheiden.

00:21:40: Das ist total wichtig zu wissen und es erklärt vieles, finde ich.

00:21:45: Es ist extrem spannend!

00:21:47: Ich finde jetzt haben wir schon wieder viel gelernt.

00:21:49: Sportstruktur kann das sehr lange quasi hinauszögern bis man in eine Umgebung kommt wo die Struktur nicht mehr so da ist.

00:21:59: Ja, es gibt also Hinweise dass Spitzen-Sportler weit höhere Rate an ADHS haben als die Normalbevölkerung.

00:22:08: aber das ist deren Job Und das ist auch gut so, dass sie diese Ausprägung haben.

00:22:18: Das meine ich damit.

00:22:21: Ich würde davor warnen, dass wir uns alle zu sehr krank machen, sondern die Symptome von ADHS als Chance sehen.

00:22:31: Also sind ja nicht nur Nachteile, es sind ja auch Vorteile und das ist glaube ich eine wichtige Message Weil man eben auch, wenn man betroffen ist vielleicht besser kann als andere.

00:22:46: Ein Problem ist es manchmal in unserer Gesellschaft, dass man halt Normen hat und wenn man diesen Normen nicht entspricht dann führt das zu einem Leidensdruck.

00:22:55: Das ist glaube ich auch ein Thema warum viele Leute einen Psychiater-Psychiatrin aufsuchen.

00:23:01: weil dieser Leidendruck im sozialen Kontext entsteht.

00:23:06: gar nicht so persönlich.

00:23:11: Dieser Podcast wird unterstützt von der niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur.

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00:23:37: Du hast gesagt, die Diagnose ist das eine und die Beeinträchtigung ist das andere.

00:23:41: Also die muss dabei sein, der Leidensdruck muss da sein.

00:23:45: Jetzt wissen wir wie schaut die Diagnostik auf?

00:23:50: Wir wissen, Beeinträchtigung spielt eine Rolle.

00:23:54: Gibt es eine Therapie?

00:23:57: Es gibt für alle hier ein total effektive medikamentöse Therapie.

00:24:07: Metanalysenstudien, die viele Studien zusammenfassen und zeigen, dass ADHS-Medikamente, das in Stimulanz sind.

00:24:15: In erster Linie im Vergleich zu anderen Medikamenten, die wir haben mit der Psychiatrie und auch in der somatischen Medizin sehr effektiv und effizient sind.

00:24:26: Zumindest für den kurz- und mittelfristigen Gebrauch.

00:24:29: Das ist eine Säule Medikamente und andere Säulen ist Psychotherapie Achtsamkeitsbasierte Verfahren, kognitive Verhaltenstherapie, Strukturierung des Alltags und so weiter.

00:24:49: Man kann auch viel mit Therapie bewirken.

00:24:55: Die höchste Evidenz besteht wie oft für die Kombination aus Medikamenten und Psychotherapien.

00:25:02: Medikamente allein sind wahrscheinlich nicht immer die Lösung wenn die Ausprägung sehr stark ist und man wirklich Schwierigkeiten hat, im Beruf zu reussieren oder in der Schule schon vorher dann machen Medikamente einen Sinn.

00:25:19: Weil sich diese neurobiologischen Veränderungen konkret geht es da um Neurotransmitter also Stoffwechselstörungen.

00:25:29: Das Dopaminsystem ist da betroffen das kennt ihr wahrscheinlich als Belohnungssystem.

00:25:34: Da ist die Hypothese so wenig Motivation hat, dann ist man leichter abgelenkt.

00:25:42: Das Neuadrenalinsystem das ist für Arbeitsgedächtnis wichtig und es ist auch wichtig.

00:25:48: der englische Begriff Inhibitory Response bedeutet dass man bei einer Sache bleibt und sich nicht durch äußere Dinge ablenken lässt.

00:25:58: Das ist ja auch ein Thema bei ADHS.

00:26:01: Dass Leute sagen ich kann eben nicht lange bei einer sache bleiben bin so schnell abgelenk.

00:26:06: äußere Reize führen dazu, dass ich sofort nicht mehr konzentriert bin.

00:26:11: Und die Medikamente, die es gibt – also die Stimulanzien – die greifen an diesen Neurodrehters mit der Systeme in erster Linie an und führen so zu einer signifikanten Reduktion der Symptome.

00:26:27: Jetzt hast du auch ein Symptom genannt zu dieser innere Unruhe, dieser Motor, der ständig quasi im Bewegung ist?

00:26:34: Ich stell mir das recht unangenehm vor und kann mir auch vorstellen, dass viele dann zu anderen Mitteln greifen um diese Unruhe zum Beispiel bewältigen zu können.

00:26:43: Also ich denke jetzt ganz explizit z.B.

00:26:46: an Alkohol.

00:26:47: was würdest du diesen Personen raten?

00:26:51: Was du ansprichst ist ein ganz wesentlicher Punkt.

00:26:55: Menschen mit ADHS haben fast immer eine zweite psychische Erkrankung.

00:27:00: es sind häufig Sons suchterkrankungen.

00:27:05: Alkohol ist ein Thema, Cannabis is a Thema.

00:27:08: Manchmal sind auch andere illegale Substanzen wie zum Beispiel Kokain wirkt ja in Teilen ähnlich wie die ADHS Medikation.

00:27:19: also das macht mir ruhiger und fokussierter.

00:27:25: Wirkt bei mir ganz anders als bei allen anderen Depressionen.

00:27:33: zum Beispiel sind gehäuft.

00:27:35: Es gibt auch Überlappungen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung, überlappung mit der bipolaraffektiven Störungen.

00:27:43: also die Message ist, Komobilitäten.

00:27:46: begleiterkrankungen sind eher die regelreste Ausnahme und auch da ist es wichtig dass man einen Experten eine Expertin aussucht sich viel versucht und entsprechende Therapie bekommt.

00:28:03: Sollten wir Beeinträchtigung haben, macht's wahrscheinlich keinen Sinn es auszusitzen und zu hoffen dass es dann im erwachsenen Alter verschwindet wenn ich die richtig verstehe.

00:28:14: Und du schüttelst verneinend den Kopf jetzt.

00:28:17: also man tut sich was Gutes wenn man sie anschaut.

00:28:22: Ja das ist die Therapieoptionen die es gibt.

00:28:25: Die sind seit Jahrzehnten ein Pro, die sind sicher und haben wirklich einen extrem guten Effekt.

00:28:33: Also ich habe das immer wieder in meiner Ordination auch, dass ich Leute einstelle und die kommen dann nach einigen Wochen zurück und ich habe nicht mehr als einmal gehört.

00:28:45: einen Satz der gelaut hat so geht es an wenn man sozusagen nicht beeinträchtigt ist kann mich endlich konzentrieren.

00:28:54: Ich habe eine Patientinmal gehabt, die hat was relativ Komplexes studiert und hat wirklich immer gehardert hat sie nicht konzentrieren können und die ist behandelt worden, macht Syrtherapie.

00:29:05: Und eben auch medikamentöse Einstellungen haben wir gemacht.

00:29:09: Die hat mir gesagt es ist der totale Gamechanger.

00:29:12: jetzt verstehe endlich was der Professor draußen redet.

00:29:16: Ich brauche nicht immer stundenlang bis ich schon lange nacharbeiten sondern ja das macht jetzt alles viel mehr Sinn und das sind schöne Erfolge.

00:29:28: Das schließt, glaube ich wieder gut an einer Zuhörerinnenfrage.

00:29:32: Ich meine es ist eine Mutter weil die Frage lautet wie geht man am besten mit ADHS Kindern um?

00:29:38: Wobei sagen wir mit Kindern mit ADHS... Wie verstehst du die Fragen und was wäre der Antwort darauf?

00:29:48: Da muss ich ein bisschen vorsichtig sein weil er kein Kinder- und Jungpsychiatra bin.

00:29:54: natürlich sind Kinder sehr häufig betroffen und es gibt ja Persistenz in der wachsenden Alter.

00:30:04: Grundsätzlich gilt bei Kindern das selbe wie bei Erwachsenen, es ist wichtig sich professionell Hilfe zu suchen.

00:30:11: Bei einer Fachärztin, beim Facharzt für Kinder- und Jumsicher-Dreh muss man schauen ob sozusagen eine Medikamentösertherapie indiziert ist, ob sonstige Maßnahmen indiziert sind.

00:30:23: also die Message nicht warten, sondern auch schauen dass man Hilfe und Unterstützung bekommt.

00:30:31: Ich weiß das ist in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht leicht weil es noch schwieriger ist dort ein Termin zu bekommen.

00:30:38: vergleichen zur Erwachsenenpsychatrihe wo es schon nicht leicht ist aber es macht auf alle Fälle einen Sinn

00:30:44: Nicht nur fürs Kind, sondern wahrscheinlich auch für die Eltern und die Beziehung zum Kind.

00:30:49: Weil ich stöme das sehr herausfordernd vor.

00:30:51: Absolut!

00:30:52: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:30:57: Eine Zuschauer fragt es auch noch auf die Symptome bezogen.

00:31:01: Ob's geschlechter spezifische Unterschiede gibt bei ADHS?

00:31:05: Ich glaube der Mythos ist so ein bisschen dass er sich bei Frauen... anders zeigt als bei Männern, ob da was dran ist oder...

00:31:12: Dass mehr Burschen betroffen sind hätte ich auch gesagt, das ist der Mythos.

00:31:18: Ich hab's beide recht!

00:31:22: Im Kindesalter ist es so dass wir einen Schwerpunkt haben bei den Diagnosen im männlichen Geschlecht, die sind mehr burschenbetroffen.

00:31:33: Das gleicht sich in einem wachsenden Alter aus.

00:31:38: Ich vermute, dass – und jetzt komme ich wieder zur Kerstin.

00:31:43: Dass sich ADHS beim Medien ein bisschen anders darstellt.

00:31:48: Da gibt es auch Daten dazu, dass diese Hyperaktivität weniger präsent ist und dass eher die Unaufmerksamkeit da ist.

00:31:55: Und ich glaube das ist der Grund warum die Diagnose-Stellung erschwert ist.

00:31:59: ja weil man nicht so leicht dran denkt.

00:32:04: Wir wissen auch, dass hormonelle Schwankungen dann später mal wachsen, Alter.

00:32:09: Können dazu führen dass das ADH-Symptome sich verschlechter und verschlimmern also vor allem in der zweiten Zyklushälfte die heißt der Lutealfase.

00:32:18: Das ist die Phase wo das Oestrogen absinkt Und das wissen viele Leute nicht, dass Oestrogene so ein natürlicher Dopaminbooster ist.

00:32:26: Ja und ich habe früher gesagt Vorher gesagt Dopaminen und Nordrinalins sind so wesentliche Brottenstoffe.

00:32:36: Deshalb kann es sein, dass nach dem Einsprung bis zur Instruation die ADHS-Symptome verstärkt sind und da wirken oft die ADHs Medikamente auch nicht so gut.

00:32:46: Die Leute brauchen ja auch höhere Dosen.

00:32:48: Also das weiß man.

00:32:51: Spannend!

00:32:53: Wieder ein biologischer Einflussfaktor, den man vielleicht nicht so am Schirm hat.

00:32:58: Und wieder etwas, das zeigt... Wir wissen zwar schon viel aber wir wissen beweitmen noch nicht alles.

00:33:03: Da kommen ständig neue Befunde dazu und wir werden besser wissen, mehr.

00:33:11: Aber female ADHD ist ein Thema unterdiagnostiziert weil die Symptomatik nicht ganz typisch ist aber die Beeinträchtigung bleibt.

00:33:25: also da gibt es Daten das Also ungeplante Schwangerschaften zum Beispiel mit female ADHD zum Beispiel, assoziiert sind.

00:33:39: Aber es wird oft nicht erkannt und oft spät dann behandelt.

00:33:45: Okay.

00:33:47: Kerstin?

00:33:47: Ich merke dass das einfach ein grösses Thema ist mit ganz vielen Facetten und Dingen die man bedenken muss.

00:33:55: Ich finde wir haben da schon viele aufgegriffen.

00:33:59: Ja und wir kommen deshalb zur letzten zuhörer Frage.

00:34:08: Wobei wir da schon viele Sachen drin gehabt haben, finde ich.

00:34:11: Ja aber ist es trotzdem oder?

00:34:18: Wie sollen Lehrkräfte bei ADHS Verdacht sinnvoll vorgehen?

00:34:24: Also das ist eine schwierige Frage.

00:34:28: Da komme ich fast ein bisschen ins Stottern.

00:34:33: Grundsätzlich würde ich mir wiederholen.

00:34:38: Es geht, die Erkräfte können da nur an die Eltern heranreden und das Gespräch mit den Eltern suchen.

00:34:49: Den Verdacht vielleicht der Erkrankung melden und sagen es wäre gut dass man professionelle Hilfe aufsucht.

00:34:59: dass wir wichtig, weil man schon weiß, dass eine adäquate Behandlung einfach zu einer irrsinnigen Reduktion das Symptoma führen kann und Leute dann oder Kinder in der Schule viel besser performen können.

00:35:15: Das zieht sich dann ja ins erwachsenen Alter.

00:35:17: also wenn man nicht behandelt nimmt man jungen Leuten auch Chancen weg.

00:35:25: sagen, da ist eine Behandlung extrem wichtig.

00:35:27: Weil wenn man in der Schule nicht reissiert, wenn wir dann in der Arbeit, wenn man Arbeitsstellen verliert, weil man ständig Fehler macht und wenn man Dinge verliert oder wenn man nicht bei der Sache bleibt und abgelenkt ist, das ist ein Problem.

00:35:43: Und auf der Universität genauso.

00:35:45: Das sind ja gerade die Adoleszenzphase die Transitionsphase, fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahre, da tut sich so viel.

00:35:55: Da ist es so wichtig dass man ordentlich Unterstützung hat weil ich glaube schon schwierig das dann später aufzuholen und es gibt effiziente Therapien, die muss man nutzen.

00:36:11: also ihr als Lehrer kann quasi meine Beobachtungen oder sollte meine beobachtung in den Eltern mitgeben und ich kann sie ja nur anregen Und es ist gut, wenn ich informiert bin drüber.

00:36:24: Oder dass das gesehen wird und man als Spracher ist, dass man zum Beispiel wirklich sagt okay da ist der Verdacht, dass du in frühzeitig oder präventiv wie du sagst eingreifst, dass er sich eben nicht dann zieht bis zu einem wachsenden Alter... Im Sinne?

00:36:36: Ja,

00:36:37: das müssen ja immer Medikamente sein.

00:36:39: Es kann eine Unterstützung sein so wie ich es vorher gesagt habe.

00:36:43: Wenn man strukturierend einwirkt die Kinder brauchen Wahrscheinlich haben andere Anforderungen, brauchen halt mehr als andere.

00:36:52: Brauchen dann andere Zugänge.

00:36:55: Aber das können nicht Lehrer machen die ohne dies für zwanzig dreißig Schüler zuständig sehen.

00:37:03: Das geht nicht.

00:37:04: Das finde ich schon liegt in der Verantwortung der Eltern.

00:37:07: Ja.

00:37:09: Kerstin!

00:37:10: Ich

00:37:10: habe so wahnsinnig viel dazu gelernt.

00:37:12: Ich weiß nicht wie es dir geht...

00:37:15: Natürlich, also ja.

00:37:17: Und was ich schon auch gemerkt habe ist dass es da einfach ganz viele Facetten gibt bei ADHs.

00:37:23: Also vieles zu bedenken wie du genannt hast, biologische Faktoren biochemische Fakten, biopsychosoziale.

00:37:31: Dass die Diagnostik extrem wichtig ist?

00:37:35: Ja,

00:37:36: also... Das ist keine Modeerscheinung jetzt sondern das ist schon Urlang und es gibt, dass jeder von uns Anteil hat.

00:37:43: Ich hab mir jetzt ein paar Mal gesehen Aber da reden wir dann auf Records drüber.

00:37:49: Ich weiß nicht, Kerstin hast du Anteile?

00:37:51: Ja das prokrastiniere ich auf jeden Fall.

00:37:55: Wir haben alle... Also jeder der sagt er hat überhaupt keinen Anteil.

00:37:59: Da bin ich mir nicht sicher ob die Person ganz ehrlich zu sich und so anderen ist.

00:38:06: Und es ist ja gut und okay so.

00:38:09: Aber ich hab's recht, es ist ein komplexes Thema.

00:38:12: Es ist ein Thema das polarisiert Und wir wissen bei Weitem noch nicht alles.

00:38:21: Aber es ist spannend und ich finde es total wichtig, dass Material aufgegriffen wird, das Awareness geschaffen wird, dass wir es häufiger diagnostizieren als nach vor zehn, fünfzehn Jahren, dass es instigmatisiert wird – das sind total wichtige Entwicklungen!

00:38:45: Es hat natürlich auch so ein bisschen, ich sag negativer Beigeschmack.

00:38:53: Da muss ich sagen da ist schon ein bisschen Social Media verantwortlich, dass viele selbsteinander Experten und Expertinnen einfach da sind – das ist gefährlich!

00:39:05: Weil es gibt ja jugendliche junge Leute die das für Paare Münze nehmen.

00:39:14: Ich habe es eh schon oft gesagt, also differenziert und verantwortungsvoll soll der Umgang sein.

00:39:20: Und dann glaube ich, machen wir vieles richtig.

00:39:25: Kerstin, danke, dass du es zum Thema gemacht hast.

00:39:27: Sie denkt mir das ist ein richtiger Schritt da in diese Instigmatisierung, ja?

00:39:31: Dass wir darüber reden.

00:39:33: Gerne, danke dass du dein Wissen mit uns geteilt hast, mit unseren Zuhörerinnen...

00:39:40: Vielen Dank!

00:39:40: Es ist immer wirklich eine Freude bei euch zu sein.

00:39:43: Das freut uns.

00:39:44: Danke und auf Wiederhören!